In Unruheprovinz

Pakistan: 30 Tote und viele Verletzte bei Explosion

Eine Explosion reißt viele Menschen in den Tod - verantwortlich erklärt sich eine Separatistengruppe, die auch schon zuvor Anschläge verübt hatte.

Eine Explosion reißt viele Menschen in den Tod - verantwortlich erklärt sich eine Separatistengruppe, die auch schon zuvor Anschläge verübt hatte.

Von dpa

Eine heftigen Explosion hat einen Personenzug im Westen Pakistans erfasst und mindestens 30 Menschen in den Tod gerissen. Mehr als 100 wurden bei dem Zwischenfall in der Unruheprovinz Baluchistan verletzt, wie ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag sagte. Eine Separatistengruppe namens Majeed Brigade, die für die Unabhängigkeit von Pakistan kämpft, erklärte sich für den Anschlag verantwortlich.

Ziel seien Militärangehörigen gewesen, die für die Eid-Feiertage in ihre Heimatorte fahren wollten, hieß es. Vonseiten der Behörden gab es dazu zunächst keine Stellungnahme.

Der Vorfall ereignete sich in Quetta, der Provinzhauptstadt Baluchistans, während der Zug sich bereits in Fahrt befand. Die gewaltige Explosion ließ den Personenzug entgleisen, und beschädigte angrenzende Wohngebiete sowie Fahrzeuge. „Bei dem Vorfall wurden mindestens 30 Menschen getötet und 103 verletzt“, sagte Hameed Ullah Shah, ein örtlicher Polizeibeamter, der dpa. Es werde befürchtet, dass die Zahl der Toten noch steigen könnte.

In allen öffentlichen und privaten Krankenhäusern der Stadt sei der Notstand ausgerufen worden, teilte ein Sprecher der Provinzregierung mit.
Durch die Explosion seien mindestens drei Waggons und die Lokomotive entgleist. Sicherheitskräfte hätten das Gebiet abgesperrt und Rettungsmaßnahmen seien im Gange, sagte er ferner. Wo genau der Sprengsatz angebracht war, war zunächst unklar. Auch bestätigten die Behörden bisher nicht, ob und wie viele Armeeangehörige - wie von der Separatistengruppe beabsichtigt - ums Leben kamen.

In Pakistan hat die Gewalt in letzter Zeit stark zugenommen. So wurde im vergangenen Jahr ein Zug, der Hunderte von Sicherheitskräften und deren Familien beförderte, von einer verbotenen militanten Gruppe, der Balochistan Liberation Army (BLA), entführt. Bei einem tagelangen Gefecht zur Befreiung der Geiseln kamen mindestens zwei Dutzend Passagiere und Soldaten ums Leben. Die BLA ist die größte von mehreren militanten Gruppen, die für die Unabhängigkeit Baluchistans von Pakistan kämpfen. Die Gruppe steckt hinter den Gewalttaten, die sich insbesondere gegen milliardenschwere chinesische Infrastrukturprojekte richten.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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