Zwischenfall in Stuttgart

Klimaaktivistin Neubauer wirft Scholz Nazi-Vergleich vor


Luisa Neubauer bei einem Pressegespräch im Rahmen der UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow.

Luisa Neubauer bei einem Pressegespräch im Rahmen der UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow.

Von dpa

Ein Aktivist versucht beim Kirchentag in Stuttgart, die Bühne zu stürmen, auf der gerade Kanzler Olaf Scholz spricht. Der kontert mit einem Vergleich, für den ihn Luisa Neubauer nun heftig kritisiert.

Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) vorgeworfen, er habe "Klimaaktivist:innen mit Nazis" verglichen.

Damit habe er die NS-Herrschaft relativiert, "und auf Paradoxe Art und Weise die Klimakrise gleich mit", schrieb Neubauer bei Twitter. "Er stilisiert Klimaschutz als Ideologie mit Parallele zur NS-Herrschaft. In 2022. Jesus. Das ist so ein Skandal."

Neubauer reagierte damit auf den Auftritt des Kanzlers beim Kirchentag in Stuttgart am vergangenen Freitag, der von mehreren Aktivisten gestört worden war. Ein Aktivist hatte bei dem Auftritt des SPD-Politikers versucht, die Bühne zu stürmen, wurde daran jedoch von Sicherheitskräften gehindert und weggeführt. Ein anderer Aktivist rief laut "Schwachsinn", als Scholz gerade über den Ausstieg aus der Kohleverstromung sprach und die Arbeitsplätze, die dadurch im Tagebau verloren gingen.

Scholz kommentierte die Störung mit den Worten: "Ich sage mal ganz ehrlich, diese schwarz gekleideten Inszenierungen bei verschiedenen Veranstaltungen von immer den gleichen Leuten erinnern mich an eine Zeit, die lange zurückliegt, und Gott sei Dank." Die Aktion sei ein "schauspielerisch geübter Auftritt". Das sei keine Diskussionsbeteiligung, "sondern das ist der Versuch, Veranstaltungen für seine eigenen Zwecke zu manipulieren. Das sollte man nicht machen." Scholz bekam dafür stürmischen Applaus.