Zwischen Zuversicht und Erfolgsdruck Mit Masken im Kinosaal?

Soweit die Auflagen, die für die Kinobetreiber schon absehbar sind. Welche darüber hinaus noch dazu kommen, ist noch nicht endgültig geklärt: „Wir wissen zum Beispiel nicht, ob wir die Daten von allen Gästen oder nur von einem Gast aus der Besuchergruppe erfassen müssen. Bei unserem Reservierungssystem haben wir früher Wert darauf gelegt, dass keine persönlichen Daten der Kinobesucher bei uns erfasst werden. Jetzt führen wir einen Online-Kauf ein, bei dem wir genau das einbauen lassen.“ Ähnliche Situation also wie in der Gastronomie: Was früher noch unter Datenschutz-Aspekten zumindest bedenklich war, wird wohl bald zur Pflicht.

Der endgültige Katalog der Betriebsauflagen für die Lichtspieltheater ist derzeit noch nicht veröffentlicht. Staatsregierung und der Hauptverband Deutscher Filmtheater (HDF) beraten derzeit noch darüber, wie uns eine Sprecherin des Verbands bestätigt. Ergebnisse erwarten die Beteiligten in der kommen Woche. Der HDF hatte bereits im April einen sogenannten „Sicherheits- und Hygieneplan“ an die Bundesbehörden gegeben. Die Bundesländer, in denen die Kinos schon wieder offen sind, hatten einige der Vorschläge in ihre Richtlinien übernommen – andere hingegen verschärft oder weggelassen.

Erst muss die Angst weg sein

Auf den Auflagenkatalog wird es nach Einschätzung von Verena Dollinger wohl ankommen, ob es mit dem wichtigsten Faktor beim Kino-Neustart in Ostbayern klappt: Ob die Film-Fans auch Lust haben, ins Kino zu gehen. „Mit den Abstandsregeln sind maximal 20 bis 30 Prozent Auslastung in den Kino-Sälen möglich. Selbst, wenn wir das erreichen, wird es wirtschaftlich sehr schwierig darstellbar.“ Wenn die Kino-Kunden nun noch wegbleiben, könnte der Neustart auch zum Crash werden.

Aus Sicht von SPIO-Präsident Thomas Negele hängt vieles von der möglichen Maskenpflicht ab: „Für uns macht es keinen Sinn aufzusperren, wenn wir die Konzession nicht verkaufen können, denn sonst zahlen wir voll drauf.“ Das Geld machen Kinos nicht primär mit Ticketverkäufen, sondern mit Popcorn, Snacks und Getränken. Wenn Zuschauer mit Mundschutz im Kino sitzen, fällt dieses Geschäft flach – obwohl Masken im Kino sowieso wenig Sinn ergeben, sagt Negele: „Ich halte ja den Mindestabstand und unterhalte mich nicht, schaue nur nach vorne. Man darf auch die Begrenzung für Foyer und Kinosäle nicht an absoluten Zahlen festmachen, sondern an den Saalgrößen.“

Der Erfolg des Neustarts in den Kinos ist für Thomas Negele außerdem von der öffentlichen Stimmung ab: „Es darf kein Image-Schaden sein, ins Kino zu gehen. Es muss im Kopf sein, dass 84,8 Millionen Menschen in Deutschland kein Corona haben. Dass das Krankenhaus gut aufgestellt ist, falls es einen erwischt. Wenn das verinnerlicht ist, wird man wieder lockerer und man geht auch wieder dem nach, was man gerne macht.“ Also auch Kino.

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