Zwischen Absturz und Freudentaumel Christian Keller: Die Jahn-Entwicklung in Bildern

Geschäftsführer Christian Keller lässt für idowa die Entwicklung des Jahn seit der Abstiegssaison Revue passieren. Foto: Roßmann/Nickl/Janne/Gatzka

In Form von Bildern blickt Geschäftsführer Christian Keller auf die Entwicklung des SSV Jahn Regensburg seit der Abstiegssaison 2014/15 zurück.

Es ist noch nicht einmal vier Jahre her, da ist der SSV Jahn Regensburg aus der 3. Liga in die Regionalliga Bayern abgestiegen. Ein Albtraum - ausgerechnet zur Eröffnung der Continental Arena. Doch was darauf folgte, ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Auf den sofortigen Wiederaufstieg folgte der direkte Durchmarsch in Liga zwei sowie der erstmalige Klassenerhalt in dieser. Auch aktuell sieht es so aus, als könnte der Jahn weiter für die 2. Bundesliga planen. Für idowa hat Geschäftsführer die vergangenen Jahre Revue passieren lassen: Ein Rückblick in Bildern.

Saison 2014/15: Zusammenhalt beim Schneeschippen

Das sagt Christian Keller zu dem Foto: "Dieses Bild ist ein Symbol für das Zusammenwachsen. Hier schippen Mitarbeiter der Geschäftsstelle, Nachwuchsspieler, Fans. Ultras waren bei dieser Aktion genauso dabei wie Rentner und Spieler, die nicht im Kader standen. Das war vor dem Spiel gegen Dortmund II – der Moment, als wir aus meiner Sicht die sportliche Kehrtwende eingeleitet haben, auch wenn es am Saisonende nicht für den Klassenerhalt gereicht hat. Da haben alle zusammengeholfen, um dieses Spiel auszutragen. Wir hatten am Freitag mit 150 Leuten den Platz freigeschippt, weil wir unbedingt spielen wollten. Am Samstagmorgen sind wir zum Stadion gekommen und es hatte wieder 15 Zentimeter geschneit. Also mussten wir ihn wieder freimachen. Dann sind nach einem kurzen Aufruf 200 gekommen – in einer Situation, wo man eigentlich denkt, da kommt kein Mensch. Das war ja gefühlt der absolute Tiefpunkt. Da so einen Zusammenhalt hinzubekommen, war besonders. Dann Dortmund mit 3:0 wegzufegen, war schon ein Zeichen. Das war für mich der Beginn davon, dass alle wesentlichen Anspruchsgruppen anfangen zusammenzuwachsen. Auch wenn auf dem Weg des Zusammenwachsens noch ein paar Hindernisse kamen."

Saison 2015/16: Erlösung durch den Wiederaufstieg

Das sagt Christian Keller zu dem Foto: "Das Bild zeigt den Jubel nach dem Aufstieg in die 3. Liga. Es ist pure Freude zu sehen. Da ging alles raus, was sich angestaut hatte. Bei dem Aufstieg war ganz interessant: Auf den Jubel sind bei vielen Spielern die Tränen gefolgt. Manche haben sich in der Kabine das Bier über den Kopf geschüttet, andere saßen daneben und haben Rotz und Wasser geheult. Allen voran die Spieler, die den Abstieg miterlebt hatten, die waren alle fix und fertig. Das war die „langweiligste“ Aufstiegsfeier, die man sich vorstellen kann (lacht). Es war okay, aber es hat nicht jeder seiner Freude freien Lauf gelassen. Es war eher ein Druckabfall und wir haben es still zusammen genossen."

Saison 2016/17: Pure Freude!

Das sagt Christian Keller zu dem Foto: "Das war eine andere Situation als im Jahr davor. Das war kein Druckabfall mehr, das war dann pure Freude. Es war ab einem gewissen Zeitpunkt unser Ziel, den Aufstieg zu schaffen. Wir wollten es, mussten aber nicht. So lässt es sich viel besser arbeiten. Mit diesem Aufstieg konnten wir die gesamte Last der vorangegangenen Jahre abwerfen. Das war einfach ein cooler Moment."

Das sagt Christian Keller zu dem Foto: "Das ist ein Symbol dafür, dass die Region wieder anfängt, hinter dem Jahn zu stehen. 7.000 Menschen kommen mit zu einem Auswärtsspiel des Jahn und drehen durch. Mehr Bildsprache geht nicht."

Saison 2017/18: Als Einheit zum Klassenerhalt

Das sagt Christian Keller zu dem Foto: "Auf diesem Bild ist ein Spieler wie Marcel Hofrath, der nicht gespielt hat. Dennoch freut er sich für das Team. Mir gefällt auch besonders, dass unser Betreuer Reinhold Reisinger im Jubel mittendrin ist. Das zeigt: Unser Kollektiv besteht auch aus den Akteuren, die normalerweise eher im Hintergrund agieren. Alle tragen ihren Teil zum Funktionieren der Mannschaft bei. Dieses Strahlen im Gesicht von Reinhold ist sensationell. Er freut sich ja fast mehr als die Spieler."

Saison 2018/19: "Kleiner" Jahn schlägt "großen" HSV 5:0

Das sagt Christian Keller zu dem Foto: "5:0 beim Hamburger SV - das war für den Jahn natürlich ein ganz besonderes Spiel. Der kleine SSV Jahn Regensburg beim großen Hamburger SV, der für mich in Sachen Strahlkraft zu den Top-5-Vereinen in Deutschland zählt. Dass wir überhaupt in Hamburg spielen dürfen und wissen, dass wir zweieinhalb Jahre davor noch in der Regionalliga waren, das ist schon paradox. Fast auf den Tag genau drei Jahre zuvor haben wir in Rain am Lech verloren. Und das teilweise mit den gleichen Spielern. Spieler, die in Rain am Lech 1:2 verloren haben, spielen drei Jahre später beim Hamburger SV und hauen die 5:0 aus dem eigenen Stadion. Das war die höchste Heimniederlage in der Geschichte des HSV vor einem fast vollen Volksparkstadion. Das wird in den Jahn-Geschichtsbüchern drinbleiben. Dieses Spiel wird keiner, der dabei war, jemals vergessen.

Hinweis: Ein dreiteiliges Interview mit Christian Keller über die Entwicklung des Jahn in den vergangenen Jahren lesen Sie in den kommenden Tagen bei idowa.de

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