Zweifel verboten Flick will mit Wiedergutmachung zur WM

Die deutsche Nationalmannschaft bereitet sich vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Nordmazedonien im Millerntor-Stadion vor. Bundestrainer Hansi Flick (r.) beobachtet das Training. Foto: Marcus Brandt/dpa

Als Startrekord-Jäger Hansi Flick und seine Spieler in den Flieger nach Skopje kletterten, gab es keine Zweifel am Erfolg der Wiedergutmachungsmission. "Wir wollen unsere Philosophie durchziehen und uns so schnell wie möglich für die Weltmeisterschaft qualifizieren", sagte Bundestrainer Flick und verschwendete kaum noch einen Gedanken an die 1:2-Blamage im Qualifikations-Hinspiel gegen Nordmazedonien: "Ich schaue nicht so gerne in die Vergangenheit."

Die Zukunft sieht auch viel rosiger aus. Mit einem Sieg könnte schon das Ticket für die Wüsten-WM in Katar gelöst werden. Flick würde zudem mit dem fünften Dreier den Startrekord seines Vorgängers Joachim Löw einstellen. Eine Bedeutung hätte dies für den Bundestrainer nicht. Er will lieber den nächsten Schritt auf dem steinigen Weg zurück an die Weltspitze gehen. Die Spieler müssten "noch mehr füreinander da sein", forderte Flick. Er wolle eine Mannschaft auf dem Platz sehen, "die begeistert" und "jeden mitzieht".

"Geiler Haufen" auf dem Platz

Der etwas mühsame Sieg gegen Rumänien in Hamburg (2:1) hatte ihm "sehr gut gefallen". Das Engagement nach dem frühen Rückstand durch Ianis Hagi (9.) stimmte. Super-Joker Thomas Müller, der mit seinem Tor (81.) zum Matchwinner wurde, sah gar "einen geilen Haufen" auf dem Platz. "Der letzte Pass", betonte Flick, sei verbesserungswürdig, aber nicht nur wegen des "enormen Siegeswillens" sei schon viel von dem dabei gewesen, "was wir uns vorstellen".

In Skopje werden gegen den Weltranglisten-74. Tugenden wie die richtige Positionierung, Läufe in die Tiefe und Mentalität gegen eine "technisch starke Mannschaft" erneut gefragt sein. Überdies rechnet der Bundestrainer in der Tose-Proeski-Arena mit einem kleinen Hexenkessel. "Auf die Stimmung im Stadion müssen wir uns einstellen", sagte der 56-Jährige. Zudem dürfte der Dauerregen den Platz schwer bespielbar machen.

Keine Personalprobleme beim DFB gegen Nordmazedonien

Da ist es gut, dass Flick ohne Personalprobleme an Bord ging. Kapitän Manuel Neuer hat seine Adduktorenprobleme überstanden. Innenverteidiger Antonio Rüdiger verpasste zwar am Sonntagmorgen das Abschlusstraining am Hamburger Millerntor aufgrund von Rückenproblemen, doch Flick geht davon aus, "dass alle einsatzfähig sind".

Den einen oder anderen Personalwechsel dürfte es aber geben. Müller drängt in die Startelf. Besonders auf der Zehner-Position hat Flick aber ein Überangebot. Gegen Rumänien hatte Marco Reus den Vorzug erhalten. Er sei "froh, dass wir auf dieser Position so viel Qualität haben", sagte Flick.

Flick nimmt unglücklichen Werner in Schutz

Als Psychologe war er hingegen bei Timo Werner gefragt. Der Champions-League-Sieger agierte im Volksparkstadion äußerst unglücklich. "Er hat ein bisschen Pech im Abschluss", sagte Flick, der den Stürmer ausdrücklich noch einmal vor den versammelten Teamkollegen für "Engagement und Einsatz" lobte. "Timo erfüllt seine Aufgaben sehr gut", sagte Flick: "Er weiß, wo das Tor steht." Und Serge Gnabry stellte klar: "Wir stehen alle hinter Timo."

Werners Treffer sollen schon am Montag den Weg nach Katar ebnen. "Uns alle wurmt das verlorene Hinspiel immer noch", sagte Gnabry, dem gegen Rumänien der Ausgleich gelungen war (52.): "Wir wissen, dass wir die Chance haben, uns direkt zu qualifizieren. Das ist unser großes Ziel."

Und dann? Neuer träumt schon vom fünften Stern. "Wir wollen Weltmeister werden! Das ist das Ziel unserer Mannschaft", sagte der Torhüter der Bild am Sonntag. Gnabry assistierte: "Wir haben definitiv die Qualität dazu und wollen mit neuem Schwung angreifen."

Diese Gier vernimmt auch Flick gerne. Zweifel sind dabei verboten. - Die voraussichtliche deutsche Aufstellung: Neuer - Hofmann, Süle, Rüdiger, Kehrer - Kimmich, Goretzka - Gnabry, Müller, Sane - Werner. - Trainer: Flick

 
 
 

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