Zwei Monate nach der Blutkrebs-Diagnose Spender gefunden: Christian (53) aus Atting darf leben

Christian Falter und seine Frau Iris dürfen wieder hoffen: vor zwei Tagen wurde für den 53-Jährigen, der an Blutkrebs erkrankt ist, ein Stammzellenspender gefunden. Foto: Falter

Mitte März brach für Familie Falter aus Atting im Landkreis Straubing-Bogen die Welt zusammen. Zu dieser Zeit bekam Familienvater Christian Falter die erschütternde Diagnose Blutkrebs. Für den 53-Jährigen folgten daraufhin bange Wochen, die er wegen der Corona-Pandemie überwiegend allein im Krankenhaus verbringen musste. Vor zwei Tagen dann die erlösende Nachricht: ein Stammzellenspender wurde gefunden.

Christian Falter ist eine Kämpfernatur mit großem Herz. Das hat er nicht nur in den letzten Wochen bewiesen. Als Jugendleiter und Trainer beim SC Rain engagiert er sich seit Jahren für seine Mitmenschen. Doch jetzt brauchte er dringend deren Hilfe. Ursprünglich kam er Mitte März wegen Thrombose-Verdacht in die Uniklinik Regensburg. Am Tag darauf bekam Christian Falter dann die Diagnose: Blutkrebs. Einzige Überlebenschance: ein Stammzellenspender musste dringend gefunden werden.

"Mein Papa ist überglücklich"

Doch die Suche nach einem geeigneten Spender gestaltete sich inmitten der Corona-Pandemie noch schwieriger als sonst. Die üblichen Typisierungsaktionen der DKMS waren wegen der zu großen Ansteckungsgefahr nicht möglich. Daher machte man sich online auf die Suche nach einem Lebensretter für den 53-Jährigen. Mit Erfolg: am 26. Mai kam der Anruf aus dem Krankenhaus, dass ein Spender gefunden wurde. Tochter Saskia erinnert sich an diesen Moment: „Diese Nachricht kam aus dem Nichts. Vor zwei Wochen wurde uns noch gesagt, dass bis jetzt noch kein Spender gefunden werden konnte. Deshalb war die Freude jetzt umso größer. Mein Papa ist überglücklich.“

Vor allen Dingen für ihren Vater waren es sehr harte Wochen – nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. „Er war schon sehr enttäuscht und frustriert, als ihm der Oberarzt vor zwei Wochen sagte, dass es noch keinen Spender gibt“, berichtet die 22-Jährige. Zweifel kamen auf bei Christian Falter, ob er überhaupt noch rechtzeitig einen geeigneten Spender finden würde. Trotzdem steckte er nicht auf. Durch den Stammzellenspender besteht nun wieder Hoffnung auf Heilung. Wer der Spender ist, das weiß Familie Falter allerdings nicht. „Das dürfen wir auch gar nicht erfahren. Die Spende ist anonym. Erst nach zwei Jahren und mit beiderseitigem Einverständnis darf man das erfahren“, erklärt Saskia Falter.

Wie die 22-Jährige weiter berichtet, gehe es ihrem Vater derzeit „gesundheitlich leider nicht so gut“. Dennoch sei die Nachricht über den gefundenen Stammzellenspender natürlich Balsam für seine Seele gewesen. Auch in den nächsten Wochen wird Christian Falter viel Kraft brauchen. In etwa zwei bis drei Wochen soll es ein Gespräch mit dem Oberarzt geben und dann wird das weitere Vorgehen besprochen. Bis dahin muss sich der Gesundheitszustand des 53-Jährigen allerdings erst einmal stabilisieren. Er hat gerade erst den zweiten Zyklus der Chemotherapie beendet. Saskia Falter: „Jetzt müssen wir erst warten, bis seine Blutwerte und sein Immunsystem wieder besser werden, damit er vor der Transplantation noch einmal nach Hause darf.“ Familie Falter hofft nun, dass bis dahin nichts dazwischen kommt. Keine Selbstverständlichkeit in diesen Tagen. „Der Spender könnte zum Beispiel in der Zwischenzeit an Corona erkranken“, erzählt die 22-Jährige von den aktuellen Ängsten der Familie.

Ärzte sehr zufrieden mit bisherigem Chemo-Verlauf

Doch von einem solchen Szenario möchte natürlich niemand ausgehen. Der Spender hat bereits sein Einverständnis für die Transplantation gegeben und auch entsprechende ärztliche Untersuchungen wurden bereits durchgeführt, um zu gewährleisten, dass die Spende auch wirklich geeignet ist. Wie dann nach der Transplantation die Heilungschancen für Christian Falter stehen, ist noch nicht bekannt. „Darüber haben uns die Ärzte bis jetzt noch nichts gesagt, aber generell sind sie sehr zufrieden mit dem Chemo-Verlauf bei meinem Papa“, berichtet seine Tochter Saskia. Ein langer Weg steht dem 53-Jährigen also noch bevor, doch mit dem starken Rückhalt seiner Familie wird die Kämpfernatur mit Sicherheit auch diese Hürde überwinden.

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