Zwei Leidenschaften Andreas Hastreiter ist Musiker und Landwirt

Ein Mann, zwei Leidenschaften: Andreas Hastreiter – als Musiker und als Landwirt. Foto: links: Kerstin Joensson, rechts- Marille Rüb

Eigentlich führt Andreas Hastreiter zwei Leben. Der 23-Jährige aus Schwarzhof bei Kollnburg im Landkreis Regen ist zum einen Landwirt. Deutschlandweit bekannt ist er allerdings durch seine Karriere als Volksmusiker. Wie er das alles schafft, hat er Freistunde erzählt.

Hätte Andreas Hastreiter einen Wunsch frei, käme er wahrscheinlich zu folgendem: Sein Tag sollte länger als 24 Stunden dauern. Denn: Mit erst 23 Jahren führt er den heimischen Hof in Schwarzhof bei Kollnburg, bildet sich gleichzeitig weiter zum Elektroniker und ist als Volksmusiker unterwegs. Doch erstmal von Anfang an: Wie kam es zu seinen verschiedenen Karrieren?

Als Neunjähriger beginnt Andreas inspiriert von seinem Cousin mit dem Musizieren auf der Steirischen Harmonika. Als er die nahezu perfekt beherrscht, erlernt er die böhmische Klarinette und nimmt Gesangsunterricht. Von seiner Heimat aus, wird er durch kleinere und größere Auftritte immer bekannter. Bis das große Highlight im Sommer 2012 folgt: Andreas wird in der ARD-Sendung „Immer wieder Sonntags“ Sommerhitkönig. Regelmäßig tritt er auch in der Sendung „Musikantenstadl“ auf.

Mit 23 Jahren die Verantwortung für den eigenen Hof

Gleichzeitig zu seiner Volksmusik-Karriere hat er seine Wurzeln im Bayerischen Wald nicht vergessen. „Ich bin stolz auf meine Heimat“, sagt er. „Ich bin hier aufgewachsen und möchte das weiterführen, was sich meine Eltern und Großeltern aufgebaut haben.“

Das muss der 23-Jährige seit zwei Jahren leider früher als gewollt. Denn im Dezember 2015 ersticken sein Vater und ein Arbeiter bei einem tragischen Unfall in der Biogasanlage. Schock.

Die Trauer hat Andreas mittlerweile überwunden. Die Verantwortung für den Hof bleibt aber weiterhin eine große Herausforderung. „Ich hatte keine Lernphase und mache daher immer wieder Fehler“, erklärt Andreas. „Aber ich versuche, keinen doppelt zu machen.“ Auf dem Hof befindet sich die Biogasanlage, daneben zieht Andreas Jungvieh auf und bewirtschaftet 50 Hektar an Feldern. Zum Vergleich: Das ist die Größe von rund 70 Fußballfeldern.

Das alles erledigt er so weit wie möglich alleine. „Meine Mutter und meine Schwester unterstützen mich bei der Buchhaltung“, erzählt Andreas. Als wäre das schon nicht genug, absolviert Andreas halbtags mit 20 Stunden in der Woche noch eine Ausbildung zum Elektroniker. „Mich interessiert das! Elektronik braucht man wirklich immer und überall.“

Auch auf dem heimischen Hof kann er sich so mittlerweile häufig selbst helfen. Zudem ist es eine Absicherung. „Ich habe einen Beruf in der Hinterhand, sollte es mit der Landwirtschaft irgendwann nicht mehr funktionieren“, sagt der 23-Jährige.

Daheim mit der Landwirtschaft, unterwegs mit der Volksmusik

Das alles ist viel Arbeit, und klingt vor allem nach jeder Menge Stress. Aber Andreas hat Spaß daran. Auch weil sich seine so unterschiedlichen Vorlieben ergänzen. „Bei der Landwirtschaft bin ich ja die meiste Zeit daheim“, erklärt Andreas. Ganz anders die Musik: Da hat er mit seiner Volksmusik überall in Deutschland Auftritte – und kommt raus zu den Leuten. „Das ist ein schöner Kontrast und gleichzeitig auch ein super Ausgleich“, sagt der 23-Jährige. Aber Andreas ist froh, wenn er nach Auftritten wieder zurück in der ruhigen Heimat ist: „Ich bin kein Stadtkind und unser Hof ist ein schöner Platz auf der Welt.“

„Vogelwuid auf Volksmusik“

Trifft man auf einen jungen Volksmusiker, stellt sich natürlich gleich eine Frage: Warum denn Volksmusik? Ist die nicht etwas für Leute Ü60? Nein, findet Andreas. „Ich mache moderne Volksmusik, angeschlagerte Popmusik schon fast“, sagt er. Und die wird gut angenommen: „In Österreich, der Schweiz und in den Niederlanden sind sie vogelwuid auf Volksmusik“, sagt Andreas. Der 23-Jährige beobachtet, dass sich die Musikrichtung gut entwickelt. „Sie wird angenommen.“ Bei seinen Auftritten ist er meist solo unterwegs: „Ich spiele Steirische und singe dazu“, erklärt er. Seine Freunde finden seine Leidenschaft cool. „Auch wenn die Musikrichtung jetzt nicht zu ihrer Lieblingsmusik zählt“, sagt Andreas und schmunzelt.

 

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