Zum dritten Mal in Folge Jahn-Klassenerhalt: Ein Abend für die Geschichtsbücher

Jubelt über den Klassenerhalt: Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic. Foto: imago

Der SSV Jahn Regensburg hält zum dritten Mal in Folge die Klasse. Etwas für die Geschichtsbücher, findet Trainer Mersad Selimbegovic, der seine Premieren-Saison als Jahn-Coach mit Bravour meistert.

Als der SSV Jahn Regensburg seine erste Saison in der 2. Bundesliga nach dem Aufstieg 2017 spielte, gab Geschäftsführer Christian Keller im Januar ein Motto für das Jahr 2018 aus: Historisches leisten. Gemeint war damit, der Jahn solle erstmals in seiner Geschichte den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga erreichen. Gesagt, getan. Am Mittwochabend haben die Oberpfälzer nun einmal mehr, zum dritten Mal in Folge, den Ligaerhalt perfekt gemacht. Nach dem 2:1-Heimerfolg gegen den Karlsruher SC sind alle Abstiegssorgen weg. "Dieser Abend kann in die Geschichtsbücher eingehen. Wir können sagen, wir spielen das vierte Mal in Folge in der 2. Liga. Das ist für den Verein ein Riesenerfolg", sagte Trainer Mersad Selimbegovic.

Ob der Klassenerhalt zumindest ein bisschen gefeiert werden konnte? "Es ist nichts Besonderes geplant. Wenn der Meister den Titel nicht feiert, werden wir auch nichts Besonderes machen", sagte Selimbegovic. Man wollte sich nur – unter Einhaltung aller Regeln – ein bisschen zusammensetzen.

Selimbegovic: Erfolgreiche Premieren-Saison

Für den 38-jährigen Bosnier ist es seine erste Saison als Cheftrainer der Jahn-Profis. Er hat die Aufgabe zusammen mit seinem Team mit Bravour gemeistert. "Es war schon kräftezehrend, weil es sich auch so in die Länge gezogen hat", nahm er Bezug auf die lange Corona-Pause. Das habe es noch ein bisschen schwieriger gemacht. Gerade weil in den letzten Partien auch die Fans fehlten. "Dadurch fehlt einfach ein Stück. Der Fußball lebt von Emotionen. Ohne Fans wird Fußball nie das sein, was er eigentlich ist", betonte Selimbegovic. Gerade für das sehr intensive, sehr emotionale Jahn-Spiel seien die Fans "total wichtig".

Was die Basis für den erneuten Erfolg war, der trotz der vielen qualitativ hochwertigen Abgänge im Sommer gelang? "Wir haben es geschafft, ein Wir zu erzeugen", sagte Selimbegovic. "Es ist brutal wichtig für uns, dass wir an uns glauben, uns nicht irritieren lassen. Das war der Schlüssel zum Erfolg, dass wir intern immer an uns geglaubt und Ruhe bewahrt haben." Der Club könne aus dieser Saison mitnehmen, "dass wir uns an unsere Werte halten und nie vergessen, wo wir herkommen. Dass wir wissen, wie schwer der Weg ist und dass wir den nur zusammen schaffen können."

"Für uns ist noch nicht Feierabend"

Nun stehen noch zwei Partien für die Regensburger an: Erst sind sie am Sonntag (15.30 Uhr) zu Gast beim FC St. Pauli, eine Woche später empfangen sie im Jahnstadion Erzgebirge Aue. Zwar hat St. Pauli fünf Zähler Vorsprung auf den Abstiegs-Relegationsplatz, kann aber theoretisch noch auf diesen abrutschen. Alleine deshalb wird der Jahn der Fairness wegen im leeren Millerntorstadion alles geben. Abschenken will man in der Oberpfalz auch nach dem sicheren Klassenerhalt aber ohnehin nichts. So ist nicht zu erwarten, dass in den letzten Spielen auch die Spieler zum Einsatz kommen, die bislang wenig gespielt haben. "Es werden die Spieler spielen, bei denen wir sicher sind, dass sie fit sind und gut trainieren", legt Jahn-Coach Selimbegovic weiter Wert auf den Leistungsgedanken und betont: "Für uns ist noch nicht Feierabend, wir wollen noch mehr."

Mit Blick auf die Fernsehgeld-Tabelle kann jeder bessere Platz wichtig sein. "Wir wissen, was jeder Platz in der Tabelle bringen kann. Vor allem in dieser schwierigen Zeit, wo alle um jeden Euro kämpfen", weiß Selimbegovic. Deshalb wird der Jahn-Coach auch weiter auf seine beste Elf setzen: "Jeder hatte genügend Chancen und Zeit, sich zu präsentieren und zu positionieren."

Lais nicht im Kader - Weidinger feiert Startelfdebüt

Ein Spieler, der sich nach Einschätzung des Trainerteams zumindest nicht für den Kader für das KSC-Spiel empfehlen konnte, ist Marc Lais. Der Mittelfeldspieler hatte im ersten Nach-Corona-Spiel gegen Kiel dem Jahn nach seiner Einwechslung noch einen Punkt gerettet – durch eine direkte Vorlage und einen herausgeholten Elfmeter. Es folgten zwei Spiele auf der Bank und drei Kurzeinsätze – nun fiel er komplett aus dem Kader. "Wir haben einen sehr guten, breiten Kader. Für dieses Spiel hat er es nicht geschafft, wir haben uns für andere entschieden. Zum Beispeil für Tom Baack, der hatte richtig gut trainiert", erklärte Selimbegovic.

Zu seinem Startelfdebüt für die Jahn-Profis kam dagegen das gebürtige Regensburger Torwarttalent Alexander Weidinger. "Er hat es wie erwartet gemacht: Sehr solide und sehr ruhig für die Verhältnisse." In einer solchen Drucksituation seien auch bei dem einen oder anderen erfahrenen Spieler die Bälle nicht immer da angekommen, wo sie normalerweise ankommen. "Es freut mich für ihn, denn er hat eine brutal gute Entwicklung genommen."

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