Zukunft im Bäderdreieck Positiver Blick aufs Urlaubsjahr 2022

In den Kurorten Bad Füssing, Bad Birnbach und Bad Griesbach hofft man auf baldige Lockerung der Vorgaben für das Thermalbaden. (Im Bild: Bad Birnbach) Foto: Bernhard Hartl

Die Pandemie hat die bayerische Wirtschaft und den Tourismus arg gebeutelt. Im Bäderdreieck stemmt man sich dagegen und möchte 2022 zu einem guten Jahr werden lassen. Wir haben uns in Bad Füssing, Bad Griesbach und Bad Birnbach umgehört.

Daniela Leipelt möchte positiv in die Zukunft blicken. Zu lang schon müssen Einschränkungen, Lockdowns und andere Krisen kompensiert werden. Mit Spannung erwartet sie daher die Entscheidungen und Signale, die die Politik für heute angekündigt hat. "Wir wünschen uns eine positive Prognose, eine Perspektive, und keine weiteren Verschärfungen", sagt Bad Füssings Kurdirektorin im Interview. Sie präzisiert ihre Gedanken anhand der Regelungen für Thermalbäder: "Lieber 2G, als 2G plus."

Dabei sei gerade in Bad Füssing das Jahr 2021 nicht so schlecht verlaufen. In den relativ freien Phasen habe man "Gas gegeben", wie sie erzählt. Dennoch wurde laut der vorläufigen internen Statistik nur eine Übernachtungszahl von 1,4 Millionenen erreicht. 2019 lag diese Zahl noch bei 2,4 Millionen. "Vergleicht man es aber mit 2020, dann war das vergangene Jahr sogar um rund 20 Prozent besser", gibt sich Daniela Leipelt optimistisch.

Nicht zuletzt seien diese Erfolge auf das konsequente Umsetzen von Vorgaben zurückzuführen. An allen drei Füssinger Thermalbädern seien Testzentren eingerichtet worden. Es scheint ihr eine Wohltat zu sein, von den Öffnungsplänen vieler Betriebe zu berichten, die diese für Februar angekündigt haben. "Allerdings fehlen in vielen Bereichen die Fachkräfte", ergänzt sie. "Dennoch haben wir für 2022 viele Projekte geplant. Ostern soll es so richtig wieder losgehen."

Blick nach Bad Griesbach

Im zweiten Kurbad des Landkreises Passau stellt sich die Situation ganz ähnlich dar. Auch hier ist Thermalbaden möglich, doch wegen der 2G-plus-Regel wird das Angebot nur bedingt angenommen. "Dabei sind wir nie Panemietreiber gewesen, bei uns ist der Gast safe", sagt Bad Griesbachs Tourismusdirektor Dieter Weinzierl.

Wegen der strengen Vorgaben rentieren sich auch Veranstaltungen derzeit nicht. "Bei 2G plus, Maske am Platz und 1,5 Meter Abstand kann der Kursaal nicht rentabel belegt werden", erklärt er weiter. "Wir machen daher aktuell keine Veranstaltungen."

Doch auch in Bad Griesbach gibt es Positives zu berichten. "Es kommen ordentlich Buchungen rein." Dieter Weinzierl ist auch vom Trend begeistert, dass Urlauber eher in heimischen Regionen ihre freien Tage verbringen: "Urlaub dahoam ist wirklich gut für uns." Besonders liegen ihm die zahlreichen Ausflugsziele in den Landkreisen Passau und Rottal-Inn am Herzen. "Hier kann man so viel erleben, da rentiert sich ein Urlaub immer."

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Hoffnung auf Besserung in Bad Birnbach

"Derzeit haben wir vielleicht eine Auslastung von 15 Prozent", erklärt Viktor Gröll, Leiter der Kurverwaltung in Bad Birnbach, Landkreis Rottal-Inn. "Das Auftragsniveau ist nahe Null." Die Hoffnung im ländlichen Bad liegt auf dem Monat März. Ab dann sollen wieder mehr Gäste zu erwarten sein. Dabei sei diese Konzentration des Betriebs auf wenige Monate eine große Herausforderung. "Es muss wohl in kurzer Zeit dann wieder ein Boom abgearbeitet werden", erzählt er nachdenklich.

Dies ist dann mit dem Personal zu bewerkstelligen, das noch übrig ist. Denn auch in Bad Birnbach wandern die Arbeitnehmer in sicherere Branchen ab. Was zurückbleibt sind Öffnungsperspektiven mit gleichzeitigem Personalmangel. "Aber insgesamt fahren wir derzeit alle auf Sicht. Denn was Politik und Pandemie zulassen, wissen wir noch nicht."

Auch Viktor Gröll denkt besonders an die Kulturschaffenden. Sie haben unter der Pandemie besonders gelitten und sind "wichtige Partner" für die Kurorte, wie er sagt.

Im gesamten Bäderdreieck übt man sich in Optimismus, das haben die drei Interviews deutlich gezeigt. Man arbeitet zusammen, plant für ein geschäftiges Jahr und hofft auf ein baldiges Ende der Pandemie.

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