Zugleistungsprüfung Geballte Pferdekraft in Bad Kötzting

Die Doppelgespannzüge wurden wegen des hereinbrechenden Unwetters frühzeitig abgebrochen. Foto: Hans Fischer

Donnernde Hufe, lautes Wiehern und jede Menge Adrenalin: Die Amberger-Insel wird während der traditionellen Zugleistungsprüfung wieder zur Pferdearena.

Die Kaltblut- und Haflingerzüchtervereinigung Bayerischer Wald hat am Pfingstsonntag wieder ihre traditionelle Zugleistungsprüfung abgehalten. Auf der Amberger-Insel in Bad Kötzting - unmittelbar neben dem Festplatz - fanden sich jede Menge Zuschauer ein, die dem wechselhaften Wetter trotzten.

53 Rösser zogen um die Wette

Gerade während der Durchführung der Doppelzüge entlud sich ein Gewitter mit starkem Regen. Bis zu diesem Zeitpunkt erlebte das begeisterte Publikum spannende Durchzüge auf der Bahn. Mit ständigen "Wir-Wir"-Rufen feuerten die Gespannführer ihre starken Vierbeiner an. Manchmal halfen dabei auch gutes Zureden oder zarte Streicheleinheiten. Jedenfalls zeigten die 53 angetretenen Rösser große Willensstärke und legten sich auf der Zugstrecke mächtig ins Geschirr. Mensch und Tier erhielten immer wieder spontanen Applaus.

Es waren enorme Zuglasten, die die kräftigen und muskulösen Rösser bewältigten. Beifall gab es auch immer dann, wenn ein Gespannführer aufgab, weil er die Grenzen der Leistungsfähigkeit seines Vierbeiners erkannte. Platzsprecherin Patricia Kracun kommentierte die Geschehnisse auf und rund um die Zugstrecke.

Das Verständnis zwischen Mensch und Tier ist wohl die Hauptvoraussetzung, um an diesem Wettbewerb teilnehmen zu können. Noch mehr traf dies bei den Doppelzügen zu, wo beide Rösser gleichzeitig anziehen und gegenseitig harmonieren mussten.

Seit jeher ist es die Regel, dass innerhalb von 30 Sekunden mindestens zehn Meter beim ersten Durchzug zurückgelegt werden mussten. Ansonsten schied das Gespann aus. Die Preisgelder reichten von 30 bis 250 Euro. Als Ehrenpreis gab es ein Pferdekopfrelief für die jeweils drei Erstplatzierten in jeder Klasse.

Das Schiedsgericht, bestehend aus Willi Schedlbauer, Michael Gerstl, Florian Schedlbauer, Christian Huber, Andreas Vogl und Veronika Wellisch, wachte über die Durchzüge und ordnete jeweils die Beladung des Zugschlittens an. Zwei Minuten waren zur Bewältigung der 40 Meter langen Zugstrecke vorgegeben. Wurde die Ziellinie dabei nicht erreicht, stellte Eduard Griesbeck die zurückgelegte Zugstrecke fest.

Keine Sieger bei den Doppelzügen

Am Nachmittag gab sich das Pfingstbrautpaar Florian Kuchler und Sophia Inhofer mit den Brautführern Sebastian Kuchler und Johannes Neppl die Ehre. Begleitet wurden sie von Schirmherr und Bürgermeister Markus Hofmann, der der Züchtervereinigung, als Ausrichter, eine kleine Anerkennung zukommen ließ.

Das Pfingstbrautpaar und die Brautführer nahmen zusammen mit Hofmann, Spielbankdirektor Andreas Weigert und Vorsitzendem Willi Schedlbauer die Siegerehrung in der mittelschweren Kaltblutklasse vor.

Das Finale des Pferdefestivals sollten die Doppelzüge markieren. 16 Gespanne hatten sich angemeldet. Doch das Wetter spielte nicht mit: Gewitter und strömender Regen zwangen die Veranstalter, den Wettbewerb nach zwei Durchzügen abzubrechen.

Die Ergebnisse

Kaltblut, leichte Klasse bis 749 Kilogramm mit drei Durchzügen: 1. Frederik Baumgardt, Geisach, mit Wallach "Bubi"; 2. Wolfgang Dreher, Dornbirn, mit Wallach "Bubi"; 3. Michael Weiderer, Zwiesel, mit Hengst "Vinzent".

Kaltblut, mittelschwere Klasse von 750 bis 849 Kilogramm mit vier Durchzügen: 1. Matthias Irrgang, Lam, mit Hengst "Schansi"; 2. Karl Seidl, Grafenwiesen, mit Hengst "Vito"; 3. Katja Hinderer, Alfdorf, mit Hengst "Ricko".

Kaltblut, schwere Klasse ab 850 Kilogramm mit drei Durchzügen: 1. Baptist Falter, Poschetsried, mit Hengst "Harry"; 2. Matthias Irrgang, Lam, mit Hengst "Sixl"; 3. Peter Müller, Alfdorf, mit Hengst "Tarzan".

Die Kaltblut-Doppelzüge wurden wegen des Gewitters und starken Regens abgebrochen.

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