Zu wenig Interesse Waldbahnstrecke Viechtach-Gotteszell wird nicht reaktiviert

Die Strecke Viechtach-Gotteszell ist unrentabel. Foto: Hobelsberger

Die Bahnstrecke Gotteszell-Viechtach wird nicht reaktiviert. Darüber informierte das bayerische Verkehrsministerium am Montag in einer Pressemitteilung. Die Nachfrage der Fahrgäste reicht nicht aus. Mindestens 1.000 Fahrgäste pro Werktag wurden im Probebetrieb weit unterschritten.

Seit drei Jahren läuft auf der Bahnstrecke Gotteszell-Viechtach ein Probebetrieb im Stundentakt. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) untersucht, ob eine Wiederaufnahme des Zugverkehrs dort sinnvoll ist.

Bevor der Freistaat einen Reaktivierungsprozess startet, müssen mehrere Rahmenbedingungen erfüllt sein. Neben der einhelligen Zustimmung der Kommunen vor Ort ist das vor allem eine Potenzialprognose. Sie muss nachweisen, dass auf der Strecke eine Nachfrage von mehr als 1.000 Fahrgästen pro Werktag zu erwarten ist.

Auf der Strecke Gotteszell-Viechtach lag diese Zahl aber jedes Jahr bei deutlich unter 500 Fahrgästen pro Werktag. Die Kosten für den Probebetrieb liegen bei mehr als drei Millionen Euro pro Jahr.

Die Zahlen zeigen deutlich, dass die Nachfrage bei den Fahrgästen nicht ausreicht, um die Strecke wieder regulär in Betrieb zu nehmen, teilt das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr mit. Ressortchefin Kerstin Schreyer: „Wir stehen Reaktivierungen von stillgelegten Eisenbahnstrecken grundsätzlich offen gegenüber. Allerdings gelten für alle Strecken dieselben Kriterien. Wenn diese nicht erfüllt sind, können wir dafür kein Steuergeld investieren." 

Ministerin Schreyer: „Wenn die Bahnverbindung nicht ausreichend angenommen wird, hilft eine Reaktivierung weder dem Klima noch dem Steuerzahler. Wir werden den Vertrag für den Probebetrieb deswegen nicht verlängern und den Schienenverkehr dort zum September 2021 wieder einstellen.“

„Mich hat es fast vom Stuhl gehauen“, war die Reaktion von Landrätin Rita Röhrl auf die Pressemitteilung des Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr vom Montagnachmittag, in der die Einstellung des Probebetriebs der Bahnlinie Gotteszell-Viechtach zum September 2021 verkündet wurde.

In keinerlei Vorgesprächen wurde über dieses Ende der Bahnlinie gesprochen oder auch nur angedeutet. Der Landkreis hatte im Gegenteil mit Zustimmung des Ministeriums gemeinsam mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft ein ÖPNV-Gutachten in Auftrag gegeben.

Dieses Gutachten war noch im Dezember in der Kreistagssitzung vorgestellt worden und der Landkreis hatte ein genaues zeitliches Konzept zur Umsetzung beschlossen. „All unsere Planungen haben dies zum Ziel und werden nun ohne Vorwarnung zunichte gemacht“, so die Landrätin.

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