Es hätte so schön ins politische Bild der "Grünen" gepasst: Anton Hofreiter kommt mit seinem E-Fahrzeug, holt auf dem Further Marktplatz den Stecker heraus und lädt es im Herzen der Stadt, die in ihrem Namen den Wald trägt und in vier Jahren sogar noch der Natur eine Landesausstellung widmet.

Wäre da nicht ein Versäumnis, das erst in der jüngsten Stadtratssitzung bemängelt wurde: Furth im Wald hat gar keine öffentliche Ladestation für Elektrofahrzeuge. Folglich staunte der hohe Gast aus Berlin nicht schlecht und sein Fahrer musste schnell eine private E-Zapfsäule finden.

"Ist also Klimapolitik auf dem Land noch nicht umsetzbar?", fragen wir von der Zeitung ketzerisch den Vorsitzenden der Grünen-Bundestagsfraktion. Hofreiter wäre kein Politikprofi, wenn er mit dieser Frage nicht gerechnet hätte.

Klimapolitik sei auf dem Land sehr wohl möglich, wenn endlich der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) attraktiv gestaltet, flächendeckend E-Ladestationen mit einem einheitlichen Bezahlsystem ("nicht einmal das hat das Verkehrsministerium hinbekommen") gebaut und die E-Fahrzeuge gerade für Einkommensschwächere noch lukrativer würden. Wie?