"Zu alternativlos und zu absolut"

Aiwanger verteidigt Nichtimpfung


Hubert Aiwanger, Wirtschaftsminister und Landesvorsitzender der Freien Wähler in Bayern.

Hubert Aiwanger, Wirtschaftsminister und Landesvorsitzender der Freien Wähler in Bayern.

Von mit Material der dpa

Wirtschaftsminister Hubert Aiwangers ablehnende Haltung gegen eine persönliche Coronaimpfung sorgt weiter für Missstimmung in der bayerischen Koalition. Aiwanger kritisierte in der "Neuen Zürcher Zeitung" (Montag) Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der die Impfungen als einzigen Weg aus der Corona-Krise sieht. "Das ist mir zu alternativlos und zu absolut", sagte der Freie Wähler-Chef der Schweizer Zeitung.

Aiwanger beschwerte sich über die öffentliche Kritik an Impfskeptikern: "Es ist wirklich falsch, auf die Ungeimpften Druck auszuüben und sie als verantwortungslos zu brandmarken. Es gibt einen zweistelligen Prozentsatz in der Bevölkerung, der sich persönlich gegen eine Impfung entschieden hat, warum auch immer."

Es sei auch aus medizinischen Gründen unklug, Druck auszuüben. "Man wird nur das Gegenteil erreichen und Trotz ernten." Aiwanger verwies darauf, dass Pharmakonzerne und Impfkommission Empfehlungen und Stellungnahmen im Laufe der Monate mehrfach revidiert haben.

Aiwanger - beziehungsweise die Freien Wähler - und die CSU sind in den vergangenen Monaten mehrfach wegen des Umgangs mit dem Coronavirus aneinander geraten. Zunächst hatten die Freien Wähler mehrfach Lockerungen der Corona-Restriktionen gefordert, die die CSU ablehnte. Am vergangenen Dienstag hatte Söder Aiwanger bei der Kabinetts-Pressekonferenz aufgefordert, seine Haltung zu erklären.