Zeugenaufruf

Geldübergaben nach Schockanrufen im Raum Deggendorf


Immer wieder erschleichen sich Betrüger mit der Masche des Schockanrufs hohe Geldbeträge. (Symbolbild)

Immer wieder erschleichen sich Betrüger mit der Masche des Schockanrufs hohe Geldbeträge. (Symbolbild)

Von Redaktion idowa

Am vergangenen Freitag ist es im Deggendorfer Raum zu zwei Schockanrufen gekommen. Die Betrüger bewegten im Verlauf des Anrufes ihre jeweiligen Opfer dazu, Bargeld zu übergeben. Die Polizei geht davon aus, dass es sich in beiden Fällen um den gleichen Abholer handelt.

Wie die Polizei Niederbayern mitteilte, erhielt eine 83-jährige Deggendorferin gegen 12.30 Uhr einen Anruf eines vermeintlichen Polizisten. Dieser gaukelte der Seniorin vor, dass ihre Tochter in einen tödlichen Verkehrsunfall verwickelt sei und sich deshalb in Untersuchungshaft befinden würde. Um die Haft beenden zu können, solle die 83-Jährige eine höhere fünfstellige Kaution bezahlen. Gegen 14.30 Uhr übergab die Seniorin einen niedrigen fünfstelligen Betrag bei ihrer Wohnung im nordöstlichen Stadtbereich. Der männliche Abholer ging nach der Übergabe in südliche Richtung davon.

Laut der 83-Jährigen ist der Mann etwa 1,70 Meter groß und etwa 35 Jahre alt. Er hat eine schlanke Statur, dunkle Hautfarbe, schwarze Haare und einen schwarzen Bart. Bei der Übergabe hatte er eine braune hüftlange Jacke an und führte eine braune Stofftasche mit sich. Wer verdächtige Personen oder Fahrzeugen gegen 14.30 Uhr im Bereich des Mühlenwegs, Mühlbogenstraße und/oder der Walchstraße gesehen hat, sollte sich sich bei der Polizei Deggendorf unter 0991/3896-0 melden.

Polizei vermutet selben Abholer in beiden Fällen

Gegen 14.30 Uhr erhielt eine 68-Jährige aus Offenberg/Finsing ebenfalls einen Anruf in betrügerischer Absicht. Dieses Mal gab sich eine Frau als Polizeibeamtin aus und gab ebenfalls an, dass die Tochter der 68-Jährigen angeblich einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht hätte und nun in U-Haft sitzen würde. Um sie wieder freizubekommen, solle sie eine Kaution in der Höhe eines niedrigen fünfstelligen Betrages bezahlen, die Kaskoversicherung würde das Geld wieder erstatten. Da aber die Bestätigung der Versicherung zur Kostenübernahme dem Richter nicht rechtzeitig vorliegen würde, solle das Bargeld direkt an einen Mitarbeiter des Gerichtes übergeben werden.

Die 68-Jährige übergab an ihrem Wohnort in Finsing schließlich gegen 15 Uhr den mittleren fünfstelligen Betrag an den männlichen Abholer. Der verschwand in Richtung Ortsmitte. Die 68-Jährige beschrieb den Mann folgendendermaßen: Etwa 1,70 Meter groß, schwarze Haare, schwarzer Bart; bekleidet mit dunkler Kleidung; er soll zudem einen dunkelblauen Rucksack mitgeführt haben. Auch in diesem Fall bittet die Polizei unter 0991/3896-0 um Zeugenhinweise. Wer gegen 15 Uhr im Bereich der Pitterer Siedlung, Bernrieder Straße und des Guthofes verdächtiges gesehen hat, sollte sich melden.

In beiden Fällen riefen die Betroffenen nach der Übergabe ihre Töchter an, die sich angeblich in U-Haft befinden sollen. Die konnten den Betrug jeweils aufdecken und informierten die Polizei.

Die Ermittlungen zu den beiden Betrugsfällen wurden von der Staatsanwaltschaft Deggendorf in enger Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizeiinspektion Niederbayern übernommen. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen wird davon ausgegangen, dass es sich bei den männlichen Abholern um die gleiche Person handelt. Das Polizeipräsidium Niederbayern warnt erneut eindringlich vor der Betrugsmasche des Schockanrufs.