YouTube "Y-Titty": Was wurde aus den Internetstars?

Die drei Jungs von „Y-Titty“ 2013 auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Foto: Caroline Seidel/dpa

Um 2010 gingen die verrückten Versionen bekannter Musikhits von „Y-Titty“ durch die Decke. Was wurde aus den YouTubern?

Bianca Claßen hat es geschafft. Auf ihrem YouTube-Kanal „BibisBeautyPalace“ präsentiert sie stolz ihr Eigenheim samt Wellnessbereich und Innenpool. Vor acht Jahren, als ihr erstes Video erschien, gaben noch andere den Ton an in der Welt der Klicks. Viele erfolgreiche Gesichter von damals sind jedoch von den meisten YouTube-Startseiten verschwunden. Was ist aus ihnen geworden?

Spulen wir zunächst zurück zu den Jahren um 2010: Die Klickzahlen der Songparodien von „Y-Titty“, wie die von Macklemores „Thrift Shop“, überschlugen sich. Weitere Produktionen der Jungs „Phil“, „TC“ und „OG“ gingen immer wieder viral. 2013 standen sie mit circa 2,5 Millionen Abos an der Spitze aller deutschen Kanäle. Ein Jahr später erhielten sie sogar einen Echo. Ende 2015 aber kam das bisher letzte Video des Trios, dann wurde es still. Eigene Projekte sollten für jeden in den Vordergrund rücken.

Philipp Laude – meist einfach „Phil“ genannt – ist der Comedy bis heute treu geblieben, hat sich in den vergangenen Jahren aber neu erfunden. Mit eigenen Videos in der „Vong“-Sprache prägte er Ausdrücke wie „I bims“, das Jugendwort 2017, mit. Er bringt mittlerweile einen Podcast heraus und landet mit seinen „Alman vs. Bratan“-Clips regelmäßig in der Trendliste von YouTube. In ihnen veralbert er die Klischees, was als „deutsch“ gilt.

Sein ehemaliger „Y-Titty“-Kollege Oguz Yilmaz ließ die Zeiten, in denen er als „OG“ den „Gandalf-Style“ tanzte, ganz hinter sich. Nachdem er 2015 eine Agentur mit an den Start brachte, betreut er nun als Manager andere Influencer. Dem Journalisten Dirk von Gehlen gegenüber betonte Oguz, dass ihn vor allem der Aufbau einer Community antreibt, „jeden Tag etwas Neues auszuprobieren“.

Auch Matthias Roll sieht man vereinzelt noch auf den Bildschirmen. 2019 hatte er zum Beispiel einen Auftritt beim Kindersender ZDFtivi. In diesem Jahr war er im Jugendfilm „Kartoffelsalat 3 – Das Musical“ zu sehen. So selbstbewusst und kraftvoll wie damals bei „Y-Titty“ als „TC“ nimmt man ihn medial heute aber nicht mehr wahr.

Ganz egal, was die früheren YouTube-Sternchen heute treiben: ihre alten Videos bleiben uns erhalten. Wer Lust hat, sich zurückzuversetzen in eine Zeit, in der YouTube nicht glattgebügelt, sondern tatsächlich noch authentisch war, der kann bei Kanälen wie „Y-Titty“ vorbeischauen. Damals bestimmten vor allem gute Laune und verrückte Gags das Internet – eine schöne Abwechslung zu einer Hausführung durch den Schönheitspalast der heutigen Königin von YouTube-Deutschland. 

 

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