YouTube-Tipp Lange herrschte in Ruanda Gewalt, nun haben Frauen die Macht

Wird diese Ruanderin auch einer Frau ihre Stimme geben? Foto: Ricky Gare/dpa

Ruanda an der Weltspitze - so erkämpften sich Frauen dort den größten Anteil an Parlamentssitzen

Wo haben Frauen das Sagen? Ein Blick in die Parlamente der Welt verspricht Antworten. Im Bundestag nehmen auf einem Drittel der Sitze Frauen Platz. Der US-Senat zählt 25 Prozent Parlamentarierinnen. Ein kleines Land mitten in Afrika übertrifft das: In Ruanda sind es über 60 Prozent. Doch zur Wahrheit gehört mehr als die Zahl. Das zeigt der YouTube-Beitrag „The Harrowing Story of Rwandan Women’s Rise To Power“ (auf Deutsch: „Die erschütternde Geschichte des Aufstiegs ruandischer Frauen zur Macht“) vom Nachrichtenkanal „Bloomberg Quicktake“. Die Sprache des Clips ist Englisch. Deutsche Untertitel sind verfügbar.

Darum geht’s: 1994 endet der ruandische Bürgerkrieg in einer Katastrophe: Völkermord. Jeder zehnte Ruander stirbt. Frauen leiden besonders, Vergewaltigungen gehören zum Alltag. Danach blickt Ruanda nach vorn. Bildung und Gesundheit verbessern sich. Der US-Sender CNN nennt den Staat „einen der stabilsten Afrikas“.

Viele Frauen stehen nach dem Krieg allein da. Nun lernen sie, sich ohne Männer zurechtzufinden und bauen zum Beispiel Häuser. Um den Schrecken zu verarbeiten, finden sie sich in Frauennetzwerken zusammen. Plötzlich haben sie eine Bühne. Die nutzen sie auch politisch. Bei der Parlamentswahl 2013 kommen zwei Drittel der Sitze in weibliche Hand.

Präsident Paul Kagame regiert Ruanda mit harter Hand. Vieles spricht dafür, dass er den Frauen all das nur für einen schönen Schein zugesteht. Denn die meisten Frauen hatten mit dem Völkermord nichts zu tun und wirken deshalb unschuldig. Unter ihrem Schutz schleichen sich aber einige der „brutalsten Führer“ Ruandas wieder an die Macht. Und nur solange die Arbeit der Politikerinnen dem Präsidenten nicht in die Quere kommt, duldet er sie. Gegenkandidatinnen bei Präsidentschaftswahlen nimmt er jede Chance.

Zu schön, um wahr zu sein

Fazit: Es klingt wie ein modernes Märchen mit Happy End. Ein afrikanisches Land kämpft sich aus der Verwüstung. Heute staunt die Welt bei so vielen Frauen an der Macht. Leider ist es zu schön, um wahr zu sein. „Bloomberg Quicktake“ schafft ein spannendes Video – mit 18 Minuten perfekt für zwischendurch.

Mehr Infos gibt es hier

Hier das Video auf YouTube: 

 

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