Bunt gemustert, mit vielen Druckknöpfen, am Beinausschnitt ein Gummizug, aus Baumwolle, Leinen oder reiner Wolle, mit Mulltuch oder Hanfeinlage. "Die hier hab' ich sogar selbst genäht", erzählt Christin Höcherl-Markgraf aus Falkenstein. Und hält eine gelb-weiße Windel hoch. Vor etwa einem Jahr hat ihr eine Arbeitskollegin eine ökologisch sinnvolle Alternative zu Wegwerfwindeln vorgeschlagen. Doch die damals zweifache Mama ist anfangs eher wenig begeistert. "Wie, Stoff?", erinnert sie sich noch an ihren ersten Gedanken. "Ist doch eklig." Doch sie ist neugierig und gibt der Idee zumindest eine Chance. "Ich hab dann einfach mal im Internet geschaut." Und siehe da: Die 30-Jährige ist überrascht - und zwar positiv. Die Stoffwindeln sind hübsch und stylisch und versprechen absolute Wertigkeit: Pflegeleicht und dicht sollen sie sein. "Am gleichen Tag hab' ich mir noch eine bestellt", erzählt sie und lacht. Eine blaue Überhose mit Einlage - ein "viereckiges Teil, für das es unendlich viele Faltungen gibt". Ein Windelorigami. Denkt sie. Doch Höcherl-Markgraf informiert sich, lernt, wie man die Einlage richtig einlegt, welche Hosen ihren Kids gut tun und wird sogar selbst kreativ. "Die Einlage hier hab ich aus einem alten Handtuch genäht."

Schont die Umwelt und den Geldbeutel

Wichtig sei es, einen Überblick zu bekommen, um für das Baby die geeignete Windel zu finden. An Variationen mangelt es nämlich nicht. Fast wie eine normale Wergwerfwindel ist die All-in-One-Windel. Zwar praktisch, aber auch etwas teurer: Sie besteht aus einem Stück - Einlagen und Außenhülle gehören hier zusammen. Ganz im Gegensatz zu den Windeln mit frei kombinierbaren Einzelteilen. Überhose, saugfähige Einlagen, Nässeschutz - "je nach Material lässt sich die Windel flexibel zusammenbauen." Wichtig ist, die Einlage richtig zu falten. Und die gibt's übrigens aus vielen verschiedenen Materialien: Hanf, Bambus, Mull oder Baumwolle - je nach Vorlieben und Hautverträglichkeit. Eine ihrer Favoriten sind übrigens die Überhosen aus Wolle. Dadurch, dass das Material den Urin in Salz und Wasser aufspaltet, muss sie nur selten gewaschen werden. "Ich lüfte sie nach dem Tragen aus." Ab und zu muss die mitterweile dreifache Mama die Windel mit einem speziellen Fett pflegen - ein sehr angenehmer Duft. "Die Windeln halten super mega dicht", ist Höcherl-Markgraf begeistert. "Und die Katastrophe bleibt genau da, wo sie sein soll." Und wandert nicht auf dem Rücken Richtung Kopf. Nicht selten kommt es vor, dass Eltern ihre Babys baden müssen, weil die Wegwerfwindel am Bund nicht richtig schließt. "Bei denen hier ist mir das noch nie passiert." Und das kann die Mama auch mit Fug und Recht behaupten. Denn bei ihrem ersten Kind, dem mittlerweile sechsjährigen Elyas, hat sie noch fest der Wegwerfwindel vertraut. "Das bereue ich jetzt." Thorin, jetzt dreieinhalb Jahre alt, hat zum Ende auch die Stoffwindeln tragen dürfen. "Es ist nie zu spät, damit anzufangen." Jon kennt mit seinen neun Monaten fast nur noch die Stoffvariante. Der Blick in ihr kleines Heft überzeugt sie immer wieder. Darin hat sie aufgeschrieben, was sie spart: Bei fünf Windeln pro Tag, sind das bei drei Kindern hochgerechnet auf drei Jahre 16 380 Wegwerfwindeln, die im Müll landen. "Und die Feuchttücher noch gar nicht mitgerechnet." Zu viel, findet die 30-Jährige.