Wolfssichtung im Landkreis Passau Erstes Video vom mutmaßlichen Wolf - Gespräch mit Fachmann

Fritz Birkeneder von der zuständigen Kreisgruppe des Bayerischen Jagdverbands e. V. zeigt die Stelle, wo der Wolf erstmalig fotografiert wurde. Foto: Andreas Reichelt

Am Samstag hatte eine Frau aus Rheinland-Pfalz bei Vilshofen (Landkreis Passau) offenbar einen Wolf gesichtet. Kurzerhand fotografierte sie ihn aus dem Auto heraus mit ihrem Smartphone. Tags darauf wurde er in Windorf und Otterskirchen (ebenfalls Landkreis Passau) gesehen. Mittlerweile gibt es auch ein erstes Video vom Wolf. Dieses Mal aus Schöllnach (Landkreis Deggendorf).

In Niederbayern gibt es viele Wildtiere. Auch im Landkreis Passau konnten zum Beispiel wiederholt Luchse nachgewiesen werden. Doch dass nun wohl auch ein Wolf in der Region unterwegs ist, erstaunt selbst Fritz Birkeneder. Als Beauftragter für große Beutegreifer der Kreisgruppe des Bayerischen Jagdverbands e. V. wurde er schnell davon in Kenntnis gesetzt. Nach genauerer Betrachtung war er sich sicher, dass es sich bei dem Tier tatsächlich um einen Wolf handeln könnte. "Ich habe die Fotos weitergeleitet an das LfU, das Landesamt für Umwelt, dort hat man die Fotos begutachtet und auch gesagt, es sei mit ziemlicher Sicherheit ein Wolf", erklärt Fritz Birkeneder im Gespräch.

Doch weshalb sollte das Tier in der Umgegend von Vilshofen unterwegs sein? Der Fachmann hat dazu eine Theorie: "Das ist, denke ich, ein Wolf auf der Durchreise. Ein junger Wolf, der irgendwo ein neues Rudel gründen möchte." Doch unsere Gegend sei von den Waldflächen her betrachtet schlichtweg zu klein, daher werde sich der Wolf eher im Bayerischen Wald niederlassen.

Im Video: das erste Video vom mutmaßlichen Wolf und das Gespräch mit Fritz Birkeneder

Wenn man einem Wolf begegnet

Was soll man tun, wenn man plötzlich einem Wolf gegenübersteht? "Am besten stehenbleiben, reden, nicht auf den Wolf zugehen", fasst Fritz Birkeneder das Vorgehen zusammen. Man müsse sich bemerkbar machen, damit man ihn nicht überrascht. Gleichzeitig solle man sich dann langsam von ihm entfernen. Dennoch betrachtet er eine solche Begegnung als großes Glück, weil sie sehr selten stattfindet. 

Derzeit gehe von dem Wolf keine Gefahr für Menschen aus. Daher müss man ihm auch nicht zu Leibe rücken. "Der Wolf unterliegt dem Naturschutz, im Gegensatz zum Luchs, der im Jagdrecht ist", erklärt Fritz Birkeneder. Sofern er denn kein Problemwolf sei und größere Schäden verursache, müsse er auch nicht geschossen werden.

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