Wohnen Studie: Mieten steigen kaum noch: Nebenkosten schießen hoch

Blick auf Mehrfamilienhäuser in der Innenstadt. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Der jahrelange Anstieg der Mieten in Bayern hat laut einer Studie ein vorläufiges Ende gefunden. In diesem Frühjahr sind die Mieten für Bestandswohnungen in vielen bayerischen Städten im Vergleich zum Herbst nicht mehr oder nur noch geringfügig gestiegen. Das berichtete der Immobilienverband IVD Süd am Donnerstag in München. Im bayerischen Durchschnitt verlangten die Vermieter 11,80 Euro pro Quadratmeter, ebenso viel wie ein halbes Jahr zuvor. Die Durchschnittsmiete für neu gebaute Wohnungen legte demnach um zehn Cent von 13,20 Euro auf 13,30 Euro je Quadratmeter zu.

Auch in München als teuerster Stadt Bayerns gab es nur ein minimales Plus. In anderen Großstädten beobachtete der Immobilienverband zum Teil noch Mietanstiege von über 2,5 Prozent, laut Marktbericht in Augsburg, Regensburg, Nürnberg und Würzburg.

Gemessen an der hohen Teuerung sind Mietwohnungen in Bayern damit inflationsbereinigt sogar billiger geworden. In den reinen Mietpreisen nicht enthalten sind aber die Nebenkosten. Bayernweit kommen auf viele Mieter wegen des rasanten Anstiegs der Energiepreise hohe Nachzahlungen zu. "Das wird das Riesenproblem, wenn die Nebenkostenabrechnungen kommen", sagte IVD-Marktforscher Stephan Kippes. "Da werden dann nicht selten vierstellige Beträge fällig für eine kleine überschaubare Wohnung."

Ob der Stopp der Mietpreisspirale von längerer Dauer sein wird, lässt sich nach Kippes' Einschätzung nicht vorhersagen. Da Baumaterialien sich sehr stark verteuert haben, werden die Kaufpreise für Immobilien demnach weiter steigen. Das wiederum könnte in Kombination mit stagnierenden Mieten dazu führen, dass weniger neue Wohnungen entstehen. "Die Kaufpreise werden letztlich durch Mieten refinanziert, und wenn man diese Kaufpreise nicht durch Mieten refinanzieren kann, dann werden im Endeffekt diese Immobilien nicht gebaut", sagte Kippes.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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