Wohlfahrtsindex Lebensstandard in Bayern heute niedriger als 1999

Der Lebensstandard der Menschen im Freistaat ist von 1999 bis 2019 um rund fünf Prozent zurückgegangen - zumindest in Relation pro Einwohner. Dies besagt der aktuelle Regionale Wohlfahrtsindex (RWI), der am Montag bei einer Pressekonferenz der Grünen im Landtag in München vorgestellt wurde.

Der erhobene Index, der wirtschaftlichen Wohlstand und Faktoren wie Umweltschäden zusammenfasst, sank auf 95,5, gemessen am Referenzjahr 1999 mit einem Index von 100,4. Der gesamte RWI-Wert im Freistaat sei in den 20 Jahren zwar leicht gestiegen, müsse jedoch durch den Zuwachs der Bevölkerung auf mehr Menschen verteilt werden.

Als Grund für den gesunkenen Lebensstandard stehen für die Autoren zudem zwei Ursachen im Mittelpunkt: Erstens zeige der RWI, dass die sogenannte Schere zwischen niedrigen und hohen Einkommen weiter aufgehe. Außerdem entstünden durch immer mehr Treibhausgase auch steigende Kosten. Berechnet würden hier die Wohlstandsverluste, die zum Beispiel durch Wasserknappheit, Ernteausfälle oder Naturkatastrophen entstünden.

"Wohlstand bedeutet mehr als nur Wirtschaftswachstum", betonte die bayerische Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze. "Die Staatsregierung muss ihre Instrumente und Maßnahmen viel gezielter auf konsequenten Klima- und Umweltschutz, faire Chance und besonders artmusgefährdete Personengruppen hin ausrichten." Ziel müsse sein, dass mehr Menschen vom wirtschaftlichen Erfolg in Bayern profitieren.

Der diesjährige Regionale Wohlfahrtsindex für Bayern wurde vom Institut für interdisziplinäre Forschung (FEST) in Heidelberg aufgestellt und von den Grünen im bayerischen Landtag gefördert. Die Autoren sehen ihn als alternativen Indikator zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Er nimmt vor allem die Entwicklung des nationalen Wohlstands anhand privater Konsumausgaben in den Blick. Stärker als beim BIP werden dabei neben den ökonomischen auch soziale und ökologische Aspekte berücksichtigt.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading