Wohlbehalten aufgefunden 80-jährige Wanderin verirrte sich auf dem Weg vom Osser zum Sattel

Am Osserparkplatz warteten Bergwacht-Einsatzfahrzeuge und RTW. Foto: Simon Stahl

Einen glücklichen Ausgang nahm eine Vermisstensuche im Osser-Gebiet in der Nacht zum Freitag. Die Bergwachtbereitschaft Lam konnte eine über 80-jährige Urlauberin, die sich auf dem Weg ins Tal verirrt hatte, gegen 0.30 Uhr zwar leicht verletzt, unterkühlt und entkräftet, aber doch relativ wohlbehalten retten.

Die Frau hatte sich gegen 16 Uhr vom Schutzhaus aus auf den Weg zum Wanderparkplatz Sattel gemacht. Dort stand ihr Auto samt Handy. Allerdings bog sie kurz unterhalb des Gipfels nicht in Richtung Bergwacht-Diensthütte, sondern irrtümlicher Weise auf den Lo1 nach Lohberg ab. Nachdem sie am Abend noch immer nicht in ihr Hotel zurückgekehrt war, nahm der Ehemann Kontakt zunächst zu den Wirtsleuten am Osserschutzhaus und dann zur Polizei in Bad Kötzting auf.

Hubschrauber angefordert

Kurz vor 21 Uhr erhielt Bereitschaftsleiter Christian Kuchler die Information, dass eine Vermisstensuche bevorsteht und kurze Zeit später erfolgte die Alarmierung der Lamer Bereitschaft. Parallel wurde der Polizeihubschrauber angefordert, der ab etwa 23.30 Uhr mit Wärmebildkamera das Gipfelgebiet absuchte.

Allerdings musste er aufgrund der Wetterverhältnisse bald wieder abbrechen. "Da sich das Suchgebiet in Grenznähe befand, haben wir über das gemeinsame Zentrum in Schwandorf parallel die Kollegen in Tschechien informiert, für den Fall, dass die Suche ausgeweitet werden muss", erklärte Bad Kötztings stellvertretender Dienststellenleiter PHK Josef Weindl.

Die Einsatzzentrale befand sich an der Bergrettungswache in Lam, dort bezog zudem der Verpflegungsstand des BRK Kreisverbandes Stellung. Er ist bei länger andauernden Einsätzen in der Lage, größere Personengruppen schnell zu verpflegen. Neben den 20 aktiven Bergrettern aus Lam war die Bergwacht Furth im Wald mit Einsatzleiter und Technikfahrzeug vor Ort. In Zweierteams begannen die Einsatzkräfte zunächst zu Fuß alle vom Osser herabführenden Wanderwege abzusuchen.

Soweit möglich, suchten zeitgleich geländegängige Fahrzeuge die Wege ab. In der Einsatzleitung stand die Entscheidung, die Suche auf eine großangelegte Flächensuche inklusive Suchhundestaffel auszudehnen kurz bevor, als gegen 0.30 Uhr die erlösende Meldung eintraf: Person gefunden.

"Steiniger Pfad"

Etwa 200 Meter vom Osserparkplatz in Lohberg entfernt, hatte ein Fußtrupp die Frau auf dem Wanderweg gefunden. Weitere Bergretter trafen ein und beförderten die erschöpfte Frau mit der Gebirgstrage zum Parkplatz, von wo aus sie vom RTW zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht wurde. "Der Lo1 ist ein anspruchsvoller und steiniger Pfad, der noch dazu bei nassen Verhältnissen auch jüngeren Wanderern bei Dunkelheit und ohne Licht gefährlich werden würde", so die Einschätzung von Bereitschaftsleiter Christian Kuchler im Gespräch.

Umso erleichterter waren alle Beteiligten, dass die Frau gefunden werden konnte und nicht all zu schwer verletzt war.

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