Wissenschaft im Freistaat Die "bayerischen" Nobelpreisträger im Überblick

Eine Medaille mit dem Konterfei von Alfred Nobel ist im Nobel Museum zu sehen. Bereits über 30 Mal ging der von ihm gestiftete Preis bereits in den Freistaat Bayern. (Symbolbild) Foto: Kay Nietfeld/dpa

In dieser Woche kürt das schwedische Komitee die neuen Nobelpreisträger. Der nach dem Erfinder und Chemiker Alfred Nobel benannte Preis gilt heute als die höchste Auszeichnung in den berücksichtigten Disziplinen und beschert den Empfängern internationale Anerkennung. Wie sieht es eigentlich mit der hochkarätigen Forschung in Bayern aus? Tatsächlich ging der renommierte Preis bereits viele Male in den Freistaat. Ein Überblick über die bekanntesten Preisträger, die entweder im Freistaat geboren wurden oder längere Zeit hier gewirkt haben. 

Der Freistaat Bayern ist dank vieler Hochschulen und Universitäten bundesweit als erfolgreicher Forschungsstandort bekannt. Aber auch jenseits der akademischen Landschaft bewegt sich die Forschung hierzulande auf hohem Niveau. Laut dem Historischen Lexikon Bayerns hat der Freistaat bereits über 30 Nobelpreisträger hervorgebracht. Die bekanntesten Nobelpreisträger aus Bayern sind wohl Wilhelm Conrad Röntgen, Werner Heisenberg und Henry Kissinger. 

Die Frage allerdings, wie viele Nobelpreisträger Bayern aber genau für sich in Anspruch nehmen kann, lasse sich nicht eindeutig beantworten. Der deutsche Wissenschaftshistoriker Bernhard Fritscher liefert den Grund: Die Preisträger wurden entweder in Bayern geboren oder haben hier entscheidende Jahre ihrer wissenschaftlichen Karriere verbracht. So oder so könnte man also von einem bayerischen Nobelpreisträger sprechen.

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In diese erste Kategorie lässt sich beispielsweise Henry Kissinger einordnen. Kissinger kam 1923 in Fürth zur Welt und erhielt 1973 den Friedensnobelpreis. Tätig war er damals nicht in Bayern, sondern in den Vereinigten Staaten als ehemaliger Außenminister. Der gebürtige Mittelfranke, eigentlich Heinz Alfred Kissinger, bekam den Nobelpreis für ein Waffenstillstandsabkommen mit Nordvietnam.

Auch der gebürtige Würzburger Werner Heisenberg (1901-1976) war bereits Nobelpreisträger, als er 1958 die Leitung des Max-Planck-Instituts für Physik in München übernahm. Heisenberg bekam 1932 für die Begründung der Quantenmechanik den Nobelpreis, ebenfalls in der Kategorie Physik.

Laut Fritscher sind immerhin vier Preisträger in Bayern geboren und haben hier auch ihre maßgeblichen Forschungen durchgeführt. Die Mehrzahl der "bayerischen Nobelpreisträger" allerdings seien entweder nicht hier geboren oder aber hätten die entscheidenden Jahre ihrer wissenschaftlichen Arbeit außerhalb Bayerns verbracht.

Der wohl bekannteste Nobelpreisträger aus Bayern ist Wilhelm Conrad Röntgen. Er entdeckte am 8. November 1895 im Physikalischen Institut der Universität Würzburg die nach ihm benannten Röntgenstrahlen. Dafür erhielt er 1901 den allerersten Nobelpreis für Physik. Noch heute erinnern viele Straßennamen, Schulen und natürlich die Röntgen-Gedächtnisstätte in Würzburg an den Wissenschaftler. 

Aber nicht nur Naturwissenschaften sind in Bayern bedeutend, auch Literatur- und Friedensnobelpreisträger sind unter den Ausgezeichneten. Der erste von zwei Friedensnobelpreisträgern war Ludwig Quidde (1858-1941). Er wurde im Jahre 1927 für seine Leistungen in der Friedensbewegung in der Weimarer Republik prämiert. Fünf Jahrzehnte später zog Henry Kissinger nach. Unter den Dichtern und Denkern räumte Paul Heyse (1830-1914) ab. 1910 wurde Heyse, der bereits in jungen Jahren in München dichtete, wurde als erster deutscher Autor belletristischer Werke mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. 

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