Wirecard Schmidbauer nimmt mutmaßlichen Helfer in Schutz

Das Wirecard-Logo ist am Hauptsitz des Zahlungsdienstleisters in Aschheim bei München zu sehen. Foto: Peter Kneffel/dpa/dpa

Der frühere Geheimdienstkoordinator der Bundesregierung, Bernd Schmidbauer, hat einen mutmaßlichen Fluchthelfer des untergetauchten Wirecard-Managers Jan Marsalek in Schutz genommen. Wie der ehemalige Mitarbeiter der österreichischen Verfassungsschutzes ihm erzählt habe, habe er nicht gewusst, dass Marsalek sich absetzen wollte. Das berichtete Schmidbauer am Donnerstag im Untersuchungsausschuss des Bundestags.

Marsalek flog nach bisherigen Erkenntnissen kurz vor der Insolvenz Wirecards im vergangenen Sommer aus der Nähe von Wien in die belarussische Hauptstadt Minsk. Bei dem Flug seien alle nötigen Papiere vorgelegt und auch das Ziel der Privatmaschine angegeben worden, sagte Schmidbauer. Wie Marsalek von Minsk aus vorging, wisse der frühere Geheimdienstmann aus Österreich nach eigenen Angaben nicht. Das glaube er ihm auch, betonte der frühere Kanzleramtsminister.

Die Wiener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehrere mutmaßliche Fluchthelfer Marsaleks, darunter auch einen FPÖ-Politiker. Dessen Anwalt räumte ein, sein Mandant habe Marsalek geholfen, den Flug nach Minsk zu buchen. Strafbar habe er sich damit aber nicht gemacht, weil damals noch kein Haftbefehl gegen Marsalek vorgelegen habe. Der ehemalige Wirecard-Vertriebsvorstand Marsalek gilt als Schlüsselfigur des Bilanzskandals. Die Münchner Staatsanwaltschaft lässt international nach dem österreichischen Manager suchen.

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