Kritik an Winterdienst Einsatz rund um die Uhr bei viel Schnee: Reicht das nicht?

Für das Staatliche Bauamt Regensburg ist heuer wieder ein "normaler" Winter, die Einsätze seien aber immer noch "leistbar". Viele Autofahrer sind dennoch nicht zufrieden. (Symbolbild) Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/zb/dpa

Bei Schneefall und Glätte sind die Räumfahrzeuge der Bauhöfe und Straßenmeistereien im Dauereinsatz. Trotz der Leistung gibt es an manchen Tagen unter anderem in den sozialen Netzwerken massive Kritik an den Winterdiensten.

Man kann in jedem Jahr darauf warten, bis es passiert. Sobald sich witterungsbedingte Unfälle häufen, häufen sich auch die öffentlichen Beschwerden über nicht geräumte Straßen im Internet. Gerade dann, wenn in den Morgenstunden die Fahrbahnen nicht vollständig schnee- oder eisfrei sind. Verantwortlich gemacht wird im Netz meist der Winterdienst, der – mag man den Vorwürfen glauben – nur wenig beziehungsweise nicht häufig genug Schnee räume.

„Es ist jedes Jahr das Gleiche“, sagt Stefan Leikam vom Staatlichen Bauamt Regensburg auf Nachfrage. „Sobald etwas mehr Schnee auf den Straßen liegt, dauert es halt einfach eine gewisse Zeit, bis sich die Autofahrer an die neuen Straßenverhältnisse gewöhnt haben.“ Das sei auch ganz normal. Trotzdem sagt Leikam: „Im Winter kann man aber durchaus erwarten, dass die Autofahrer mit entsprechender Ausstattung und Fahrweise unterwegs sind, sprich Winterreifen aufgezogen haben und langsamer fahren.“

Winterdienst beginnt gegen 2.30 Uhr

Doch genau das ist eben nicht immer der Fall, weshalb regelmäßig Unfälle passieren. In vielen Fällen seien Autofahrer zu schnell dran oder lediglich mit Sommerreifen oder Ganzjahresreifen unterwegs, was die Polizei regelmäßig als Unfallursache in ihren Berichten angibt. Den Winter „verlernt“ hätten Autofahrer nach Leikams Ansicht trotzdem nicht. Autofahren im Winter sei einfach Gewöhnungssache. 

Die generelle Kritik am Winterdienst kann Leikam nicht nachvollziehen. „Die Schneepflugfahrer sind zwischen 5 und 22 Uhr im Einsatz, bei anhaltendem Schneefall auch rund um die Uhr“, sagt er. Die nächtlichen Routen für den Winterdienst beginnen demnach gegen 2.30 Uhr. Der genaue Beginn hänge dabei vom Wetterbericht ab. Verkehrswichtige Straßen werden immer zuerst geräumt, damit die Pendler rechtzeitig ankommen. „Trotzdem behandeln wir alle Straßen gleich“, stellt Leikam klar. Idealerweise sind die Fahrbahnen dann bis 5 oder 6 Uhr am Morgen frei. 

Das Streckennetz ist in Streuschleifen unterteilt, wobei ein Fahrzeug in der Regel etwa 30 Kilometer zurücklegt. Bis ein Fahrer wieder an seinem Ausgangspunkt ankommt, können bis zu drei Stunden vergehen. „Bei anhaltendem Schnellfall können wir daher nicht gewährleisten, dass die Straßen zu jeder Tages- und Nachtzeit frei von Schnee und Eis sind“, so Leikam.

Ist Frost angesagt, werden die Straßen schon am Abend zuvor gestreut. Oft verstimme aber selbst das die Autofahrer. Vereinzelt gehen die Beschwerden direkt an das Bauamt. Das Unverständnis darüber, dass man streuen müsse, obwohl weder Schnee noch Glatteis auf den Straßen ist, sei groß, sagt Leikam. Doch man geht verantwortungsvoll mit den Streumitteln um. Es gilt der Grundsatz: „So viel Salz wie nötig, aber so wenig wie möglich.“

Die Strecke, die allein das Staatliche Bauamt Regensburg betreut, ist stattlich: rund 1.250 Kilometer Bundes- und Staatsstraßen in den Landkreisen Cham, Regensburg und Neumarkt. Eingesetzt werden 15 eigene Laster und etwa 30 zusätzliche Fahrzeuge, die privat angemietet werden. Gefahren wird im Drei-Schicht-Betrieb. "Die Anzahl der Fahrzeuge ist gedeckelt. Auch die Personalbemessung ist seit über 20 Jahren unverändert. Natürlich ist auch bei uns vieles auf Kante genäht, die Kapazitäten reichen aber aus", sagt Leikam. 

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