Wiesent/Rosenhof Gaffer-Marathon nach Lkw-Unfall auf der A3

Schwerer Lkw-Unfall am späten Dienstagabend auf der Autobahn A3 im Landkreis Regensburg. Und an der Unfallstelle gaben sich einmal mehr die Gaffer die Klinke in die Hand. Mehrmals musste die Polizei eingreifen und Verwarnungen und Bußgelder aussprechen. Foto: Alexander Auer

Schwerer Lkw-Unfall am späten Dienstagabend auf der Autobahn A3 zwischen Wiesent und Rosenhof im Landkreis Regensburg. Die ganze Nacht über schufteten die Einsatzkräfte, um die Bergung des Sattelzuges zu ermöglichen. Erschwert wurden diese Arbeiten einmal mehr durch die Sensationsgier etlicher Gaffer.

Bei Unfall sofort Handy raus. Nicht etwa, um Hilfe zu rufen. Nein, mittlerweile ist es leider längst Usus geworden, dass ganz bewusst im Schneckentempo an der Unfallstelle vorbeigekrochen wird, um mit dem Handy noch den ultimativen Schnappschuss zu ergattern. Unfall-Paparazzis! Auch in der Nacht auf Mittwoch war dieses leidige Phänomen wieder zu beobachten. Tatort: die Autobahn A3 zwischen den Anschlussstellen Wiesent und Rosenhof in Fahrtrichtung Nürnberg. Direkt bei der Einfahrt zur dortigen Baustelle knallte gegen 21.30 Uhr ein Lkw gegen die seitlich stehende Beton-Trennwand der Baustelle. Der 54-jährige Lastwagenfahrer verlor dadurch die Kontrolle über den Sattelzug. Der Lkw schlingerte über die Fahrbahn und kippte schließlich seitlich mit einem lauten Knall auf die Mittelschutzplanke um. Der Fahrer hatte trotzdem großes Glück: er konnte den komplett demolierten Lkw völlig unversehrt verlassen.

In der Folge herrschte Chaos auf der A3. An der Unfallstelle liefen große Mengen Diesel und andere Betriebsstoffe aus. Die Fahrbahn glich einer einzigen Rutschpartie. Zu gefährlich, um den Verkehr weiter fließen zu lassen. Daher musste die Autobahn komplett gesperrt werden. Bevor eine Spezialfirma überhaupt mit der Bergung des umgekippten Sattelzuges beginnen konnte, musste erst einmal die Fracht umgeladen werden. Verständlich, dass diese Maßnahme einige Stunden in Anspruch nahm. Das verursachte bei den wartenden Verkehrsteilnehmern nicht nur Ungeduld, sondern leider auch in vielen Fällen die pure Sensationsgier. Handys wurden gezückt und sofort draufgehalten. Die Polizei ging so gut es ging dazwischen und stellte etliche der Gaffer zur Rede. 

Die Einsatzkräfte richteten vor Ort eine Umleitungsstrecke ab der Anschlussstelle Wörth-Wiesent ein. An der Unfallstelle waren die Freiwilligen Feuerwehren Neutraubling, Wörth und Wiesent im Einsatz. Außerdem auch das Technische Hilfswerk (THW). Die Polizei schätzt den bei dem Unfall entstandenen Sachschaden auf insgesamt 100.000 Euro. Trotz der eingerichteten Umleitung kam es die ganze Nacht über zu teils massiven Verkehrsbehinderungen und Staus auf der A3.

Aktuell (Stand: 8.20 Uhr) ist die A3 in Richtung Nürnberg auf Höhe der Unfallstelle zumindest wieder einspurig befahrbar. Der Lkw wurde bereits geborgen. Nun ist die Autobahnmeisterei damit beschäftigt, eine neue Leitplanke zu befestigen. 

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