Für Altenbuch gibt's ein Fest Nach Diebstahl: Stadt Deggendorf hat ihren Maibaum wieder

, aktualisiert am 28.04.2022 - 10:27 Uhr
Der Bauhof Deggendorf hat am Donnerstag den Maibaum zurückgeholt. Foto: KLJB Altenbuch

Wer seinen Maibaum zu früh abschneidet, muss ihn bis zum 1. Mai gut bewachen. Der Stadt Deggendorf gelang das nicht und die Landjugend Altenbuch klaute ihn in der Nacht zum Montag. Inzwischen durfte der Bauhof ihn gegen eine Auslöse abholen.

Bevor die Stadt Deggendorf den fehlenden Baum bemerkte, erreichte unsere Redaktion am Montagnachmittag ein anonymer Hinweis. Der Anrufer teilte uns mit, dass der Maibaum in Deggendorf gestohlen worden sei. Schnell stellte sich heraus, wer die Diebe sind. Sie gehören zur KLJB Altenbuch aus der Gemeinde Wallersdorf im Landkreis Dingolfing-Landau. Johannes Thöne, Mitglied bei der Landjugend, spricht von einer "Hauruckaktion". Im Gespräch sagte er, dass nach ihrer Jahreshauptversammlung am Sonntag ein Mitglied spontan auf die Idee gekommen wäre. 

Diebe und Bürgermeister bei NiederbayernTV im Interview

Am späten Abend, gegen 22 Uhr, fuhren 12 Altenbuchener und drei Reißinger zu der Gärtnerei, in der der Maibaum versteckt war. Dort fanden sie den Baum auf einem fahrbaren Untersatz vor. Die Aktion zog sich in die Länge, weil auf dem Baum bereits die rund 20 Taferl montiert waren. Einen Maibaum stiehlt man laut Thöne "nackt": "Wir hatten damit nicht gerechnet. Weil uns das nötige Werkzeug fehlte, mussten wir die Taferl mit der Hand abschrauben." Erst nach eineinhalb Stunden konnten sie den Baum mit einem Traktor nach Altenbuch transportieren. Die Bewacherin, eine Nachbarin, bekam von der Aktion nichts mit. "Sie dachte nicht, dass Maibaumdiebe schon eine Woche vorher zuschlagen würden", sagt Thöne. Auch dem Deggendorfer Bürgermeister Christian Moser sei die Aktion etwas zu früh gekommen, wie er am Dienstagvormittag in einem Facebook-Beitrag miteilt. Dennoch freue er sich darüber. Denn die Landjugend pflege eine alte bayerische Tradition.

Nahezu zwei Tage lang verhandelte Thöne mit der Stadt Deggendorf. Die Landjugend forderte 100 Liter Bier und ein Spanferkel. Der Bürgermeister zierte sich und wollte lieber Geld zahlen. Während den Verhandlungen versuchten Personen aus dem Kreis Deggendorf vier bis fünfmal, ihren Maibaum zurückzuholen. Allerdings waren sie erfolglos. "Den Baum konnte niemand stehlen, weil er von drei Traktoren, vier Anhängern und einem Sprinter für die Nachtwache umstellt ist", sagt Thöne. Am Mittwoch konnten sich die Verhandler einigen. Die Stadt zahlt 300 Euro und schenkt 30 Liter Wein her. 

Der Bauhof Deggendorf holte den Maibaum am Donnerstagmorgen ab. Die Landjugend wird ihren Erfolg feiern und die Dorfbewohner am 14. Mai zu einem Fest einladen.

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