Wer hat an der Uhr gedreht? Das müssen Sie zur Zeitumstellung wissen

Noch müssen sich die Europäer mit der Zeitumstellung herumschlagen. Damit soll jedoch bald Schluss sein. Foto: Daniel Naupold/dpa

Es steht wieder ein leidiges Thema ins Haus: Die Zeitumstellung. Ihre Abschaffung hat die EU zwar bereits beschlossen, ab wann genau die Uhren nicht mehr umgestellt werden müssen, ist jedoch nach wie vor unklar. Darum heißt es Ende Oktober wieder: Muss die Uhr vor oder zurück gedreht werden?

Auch wenn ihr Ende schon besiegelt ist: In der Nacht von Samstag, 26. Oktober, auf Sonntag, 27. Oktober, wird wieder an der Uhr gedreht. Die Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit steht an. Daher werden um 3 Uhr nachts die Zeiger um eine Stunde zurück auf 2 Uhr und damit auf die normale Mitteleuropäische Zeit gestellt.

Abschaffung der Zeitumstellung stockt

Die EU-Kommission hatte am 31. August 2018 die Ergebnisse einer öffentlichen Befragung verkündet, wonach sich von 4,6 Millionen Teilnehmern mehr als 80 Prozent für die Abschaffung der halbjährlichen Zeitumstellung aussprachen. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker kündigte darauf an, einen formalen Gesetzesvorschlag vorzulegen. Die Zeitumstellung sollte damit abgeschafft werden, die Staaten könnten künftig selbst entscheiden, ob sie dauerhaft Winter- oder Sommerzeit wollen.

Gut ein Jahr später gibt es im Kreis der EU-Staaten wenig Fortschritte. Ein großer Teil der Länder habe noch keine Position, hieß es aus Diplomatenkreisen in Brüssel. Es gebe die Sorge, dass die Auswirkungen einer Änderung nicht ausreichend erforscht und analysiert seien.

Noch keine Einigung bei den Verkehrsministern in Sicht

Das Europaparlament sprach sich hingegen bereits im März dafür aus, die Umstellung 2021 abzuschaffen. Damit die Änderung in Kraft treten kann, müssten aber auch die EU-Staaten mehrheitlich zustimmen. Bei den zuständigen Verkehrsministern gab es dazu bislang keine Einigung.

"Das Europäische Parlament hat alle Bedenken aufgenommen und auch sehr schnell, sehr gute Vorschläge zur Koordinierung unter den Mitgliedstaaten gemacht, so dass kein Flickenteppich vieler unterschiedlicher Zeitzonen in Europa entsteht", sagte Liese weiter. "Vielleicht sollten die Minister nochmal einen Blick in unseren Vorschlag werfen, bevor sie das Rad neu erfinden wollen."

Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit umstritten

Der Wechsel zwischen Normalzeit - umgangssprachlich auch Winterzeit genannt - und Sommerzeit ist schon lange umstritten. Seit 1996 werden in der EU am letzten Sonntag im März sowie am letzten Sonntag im Oktober die Uhren jeweils eine Stunde umgestellt. In Deutschland gibt es die Sommerzeit schon seit 1980. Ursprünglich sollte dank einer besseren Ausnutzung des Tageslichts Energie gespart werden, doch der wirtschaftliche Nutzen ist verschwindend gering. Zudem legen wissenschaftliche Erkenntnisse nahe, dass manche Menschen gesundheitlich unter der Zeitumstellung leiden.

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