Weniger ausländische Studenten Noch kein Corona-Schock an den FHs in Ostbayern

Wer wird die Plätze einnehmen? Vieles deutet darauf hin, dass das Publikum in den bayerischen Hörsälen in den kommenden Semestern weniger international sein könnte. (Symbolbild) Foto: Sebastian Gollnow/dpa/dpa

Studieren war vor allem in der jüngeren Vergangenheit international. Vor allem seit der europäischen Einigung gehörten einige Auslandssemester fast schon zum Studium dazu. Die sogenannte Corona-Pandemie könnte das nun ändern. Laut Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik sinkt die Zahl der ausländischen Studenten, die sich an bayerischen Hochschulen neu einschreiben – allerdings nicht überall, wie eine idowa-Recherche zeigt.

Zum Sommersemester 2020 liegt die Zahl der Erstsemester mit 7.652 um 15,4 Prozent unter dem Wert vom Sommersemester 2019. Im vergangenen Jahr waren es laut Angaben des Landesamts für Statistik noch bei 9.043 Erst-Einschreibungen. Die Gesamtzahl der Studierenden stieg gleichzeitig um ein knappes Prozent an.

Interessant ist die Zusammensetzung der aktuellen Erstsemesterstudenten in Bayern: Die Anzahl deutscher Erstimmatrikulationen steigt zum aktuellen Sommersemester um 3,8 Prozent, gleichzeitig melden die Studentenkanzleien einen Rückgang um mehr als 30 Prozent. Zeigen sich hier Auswirkungen der Pandemie-Maßnahmen? Sind die Studienplatz-Bewerber vorsichtig angesichts der Perspektive, dass sie im Ausland stranden könnten?

Fachhochschulen profitieren von früher Einschreibung

Von dem Abschmelzen der ausländischen Einschreibungen sind laut Angaben des Landesamts für Statistik fast ausschließlich die Universitäten betroffen. Werden die aus der Statistik herausgerechnet, ergibt sich für die Fachhochschulen sogar ein Anstieg um ein halbes Prozent. Ein möglicher Grund: Der frühere Semesterstart an den Fachhochschulen. Zum Sommersemester starten an den meisten bayerischen Fachhochschulen nur die aufbauenden Masterstudiengänge, nicht die Bachelor-Studiengänge. „Die Zulassung war hier bereits vor der Hochphase von Corona, bis Mitte März, abgeschlossen“, erklärt Andrea Brenninger, Leiterin des Studierenden-Service-Zentrums an der Hochschule Landshut.

Auch an der Technischen Hochschule Deggendorf steigen die Zahlen: Bei den internationalen Erstsemesterstudenten verzeichnet die Hochschule einen Anstieg von 17 Prozent und bei den deutschen von 33 Prozent im Vergleich zum Sommersemester im Vorjahr, teilt die Pressestelle der THD auf idowa-Anfrage mit.

Auch weniger deutsche Studenten im Ausland?

Gut möglich sei allerdings, dass die Auswirkungen der sogenannten Corona-Pandemie im Wintersemester 2020/2021 auch an den Fachhochschulen spürbar werden. Prognosen zum Wintersemester sind laut Andrea Brenninger von der Hochschule Landshut bisher nur schwer zu treffen. Sie gehe davon aus, dass weniger internationale Studierende an die Hochschule kommen, dafür aber die Zahl an einheimischen Studierenden steigt – also ein ähnlicher Trend, wie er sich bereits an den Unis abzeichnet, mit ähnlicher Verschiebung: Die deutschen Studenten könnten möglicherweise aufgrund der Corona-Maßnahmen nicht ins Ausland reisen oder trauen sich wegen der unsicheren Lage nicht, ein Auslandsstudium aufzunehmen.

Deutlich wird auch: Sowohl Unis als auch Fachhochschulen wollen für weitere Pandemie-Maßnahmen gerüstet sein und schaffen die Möglichkeiten, im großen Stil Online-Lehrveranstaltungen anbieten zu können. „In Anbetracht der derzeitigen Corona-Lage ist es momentan nicht möglich eine Aussage in Bezug auf die Entwicklung der Studierendenzahlen zu treffen“, erklärt die Pressestelle der THD: „Da der Bewerbungszeitraum an der THD bisher sehr gut angelaufen ist und die Hochschule auf alle Eventualitäten, sei es für die Präsenzlehre als auch virtuelle Lehre, vorbereitet ist, blicken wir optimistisch in die Zukunft was die Zahl der Studierenden angeht.“

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