Weltfrauentag 2021 So viele Frauen studieren an Ostbayerns Hochschulen

An Bayerns Universitäten und Fachhochschulen studieren seit Jahren immer mehr Frauen – auch in technischen oder naturwissenschaftlichen Fächern. (Symbolbild) Foto: Westend61/imago

Am Weltfrauentag wird jedes Jahr an die Anliegen von Frauen in der Gesellschaft erinnert. In vielen Bereichen ist der Weg zur Gleichberechtigung der Geschlechter noch weit, an den bayerischen Hochschulen allerdings haben die Frauen schon jetzt einen guten Stand: Fast die Hälfte der Studierenden war hier im vergangenen Semester weiblich – und in Ostbayern sieht es ähnlich aus.

Laut der amtlichen Hochschulstatistik des Landesamts für Statistik (LfStat) liegt der Frauenanteil an Bayerns Fachhochschulen und Universitäten zum Weltfrauentag am 8. März bei fast genau 50 Prozent. Wie die Statistik weiter zeigt, ist es mitnichten so, dass all diese Frauen Grundschullehramt und Kunstgeschichte studieren – fast ein Viertel der Hochschul-Absolventinnen machte ihren Abschluss im vergangenen Jahr in technischen oder naturwissenschaftlichen Fächern. 

Ein Blick auf die Hochschulen in Ostbayern macht deutlich, dass auch hier die Frauen einen signifikanten Teil der Studentenschaft ausmachen. Die Universität Regensburg weist dabei eine besonders hohe Frauenquote auf: Von knapp 19.500 Eingeschriebenen waren im Sommersemester 2020 mehr als 11.500 Frauen – fast 60 Prozent. Laut LfStat studierte ein Drittel von ihnen geisteswissenschaftliche Fächer, aber rund 3.400 entschieden sich auch für Rechts- und Sozialwissenschaften, knapp 2.000 für naturwissenschaftliche Fächer. Gleichauf liegt die Uni Passau, wo im letzten Sommersemester ebenfalls knapp 60 Prozent der rund 10.300 Studierenden weiblich waren. Auch hier sind die Geisteswissenschaften sehr beliebt bei den Frauen, viele studieren aber auch juristische oder sozialwissenschaftliche Fächer. 

Laut LfStat ist der Frauenanteil, der an den Universitäten schon längere Zeit über 50 Prozent liegt, auch an Fachhochschulen seit dem Wintersemester 2012 von 38,5 Prozent auf jetzt 44,2 Prozent angestiegen. Das zeigt sich auch an den eher technisch geprägten Hochschulen in der Region: Von den rund 6.500 Immatrikulierten an der TH Deggendorf waren im Sommersemester 2.400 oder knapp 37 Prozent weiblich und studierten größtenteils juristische, wirtschaftswissenschaftliche oder technische Fächer. An der OTH Regensburg waren zeitgleich etwa 10.500 Studierende eingeschrieben, von denen mit rund 4.400 mehr als 41 Prozent weiblich waren – auch hier fast nur in wirtschaftlichen, rechtlichen oder technischen Studiengängen.

An der Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) Landshut waren im letzten Sommersemester fast 1.600 Frauen unter den insgesamt etwa 4.100 Studierenden, knapp 39 Prozent also. Sie studierten laut Statistik fast ausschließlich Rechts-, Wirtschafts oder Ingenieurswissenschaften. Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Freising bot im vergangenen Jahr rund 5.300 Studierenden eine Heimat, unter denen mit etwa 2.300 fast 44 Prozent Frauen waren. Die beliebtesten Fächer bei weiblichen Studierenden waren hier Agrar- und Forstwissenschaft, Ernährungswissenschaften und Veterinärmedizin. 

Auch immer mehr Professorinnen

Etwas bescheidener sieht die Frauenquote laut LfStat noch bei den Professuren an bayerischen Hochschulen aus: Von etwa 7.000 Professoren im Freistaat waren im Jahr 2019 rund 1.500 weiblich, knapp 22 Prozent. Auch dieser Anteil ist allerdings seit 2009, als er noch bei 14,5 Prozent lag, deutlich gewachsen. Weibliche Professuren gab es dabei 2019 hauptsächlich in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“ mit 35 Prozent, den naturwissenschaftlichen Fächern mit rund 25 Prozent und den Geisteswissenschaften mit etwa 16 Prozent.

Wenn die Statistik als Hinweis gelten kann, wird die Präsenz der Frauen an den Hochschulen künftig wohl noch weiter wachsen: Im ganzen Studienjahr 2020 waren 51 Prozent aller Erstsemester weiblich. 

 
 
 

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