Welt und All Berühmte Theorien der Physik

Eine berühmte Theorie der Physik: Schrödingers Katze Foto: Federico Gambarini/dpa

In unserem Universum ist vieles möglich. Laut Quanten- und Stringtheorie kann es sogar sein, dass wir in einem Universum nochmal existieren, genauso wie tot-lebendige Katzen. Über die berühmten Theorien der Physik. Und das Problem, diese in eine Gleichung zusammenzufassen.

Katzenbilder und -videos sind die besten Streitschlichter der Welt. Ein Mensch, der eine Katze ansieht, die es sich in einem viel zu kleinen Karton bequem machen will, kann unmöglich aggressiv werden. Außer die Katze hat schlechte Laune und pinkelt auf den Teppich. Diese Unbeholfenheit und der gleichzeitige Herrschaftsanspruch von Katzen faszinieren überall auf der Welt.

In dem Versuch, das gesamte Universum zu begreifen, wurde ebenfalls eine Katze berühmt. Wobei man nicht weiß, wie viele Katzen es genau sind. Darin liegt das Problem.

Die Relativitätstheorie: zu schön, um falsch zu sein

Die wohl berühmteste Gleichung in der Physik stammt von Albert Einstein und besagt, dass Energie berechnet werden kann – aus der Masse und dem Quadrat der Lichtgeschwindigkeit, kurz: E=mc2 Das Faszinierende an der Relativitätstheorie ist: Die Gleichung erklärt vieles, ermöglicht vieles zum Nutzen und Schaden der Menschheit und ist auch eines – einfach. Einfach schön. Einfach simpel. Das mögen Menschen, die das Universum verstehen möchten. Das Dumme ist nur: Es ist nicht die einzige Gleichung, mit der wir das Universum beschreiben wollen.

Eine andere Gleichung, oder besser eine Theorie, stammt von Max Planck. Das war der Münchner Abiturient, dem man abgeraten hat, Physik zu studieren, weil alles bereits erforscht wäre. Auf seiner Forschung beruht die Quantentheorie. Das ist die Theorie, die herausgefunden hat, dass sich winzige Teilchen anders verhalten, wenn man sie beobachtet, als wenn sie nicht beobachtet werden. Dann wären sie in einer Art Schwebezustand zwischen einem Teilchen und einer Welle. Ein anderer Physiker, Erwin Schrödinger, übertrug das auf unseren Alltag. Das wäre, als ob eine Katze in einem verschlossenen Karton wäre und man nicht wüsste, ob sie lebendig oder tot wäre. Erst, wenn man einen Blick hineinwirft, würde man es herausfinden. So weit, so gut.

Schrödinger behauptete jedoch, dass es nicht an unserer Unwissenheit liegt, ob sie tot oder lebendig ist, sondern dass es Teil der Wirklichkeit ist: Die Katze entscheidet sich erst bei unserem Blick in die Schachtel, ob sie tot oder lebendig ist. Davor ist sie beides gleichzeitig.

Was sich im Großen unwirklich anhört, ist in der Quantenmechanik völlig gebräuchlich. Man rechnet sogar damit. Leider gibt es dafür keine einfache Gleichung wie die von Albert Einstein. Doch die Physiker streben nach der einen einfachen Gleichung, die die Welt beschreibt. So sind sie immer noch auf der Suche.

Die Stringtheorie: einfach mit schweren Konsequenzen

Eine Möglichkeit, die wirklich ästhetische Gleichung von Albert Einstein mit der nicht ganz so schönen Quantentheorie zu vereinen, ist die Stringtheorie. Diese besagt, dass sich kleinste Teilchen weder wie Teilchen noch wie Wellen verhalten, sondern wie schwingende Saiten (Strings) einer Gitarre.

Auch damit kann man rechnen. Was da rauskommt, ist die nächste tot-lebendige Katze. Es gibt unendlich viele Lösungen, die jedoch alle gleichzeitig real sein können. Übertragen auf das Universum, bedeutet das: Wir haben eine einheitliche Theorie, wir müssen nur mit den Konsequenzen leben können, dass es unendlich viele Universen gibt. Und damit leider auch wieder unendlich viele Stringtheorien.

Wir haben keine Chance, das aufgrund unserer Beobachtungsmöglichkeiten zu beweisen oder zu widerlegen. Da schaltet irgendwann die menschliche Vorstellungskraft ab. So weit waren die alten Griechen auch schon. Leukipp und Demokrit behaupteten ein Jahrhundert vor Christus, dass es so viele Welten geben würde, wie es Atome gibt: unendlich viele. Nichts wäre einmalig. In Ägypten wurden in der Spätzeit auch noch Katzen wie Heilige verehrt. Es gab eigene Katzenpriester, die die Katzen versorgten. Zufall?

Tobias Hürter, Autor des Bestsellers „Die verrückte Welt der Paralleluniversen“ hält es für möglich, dass genau diese Vorstellung Realität werden könne. Und nur zur Erinnerung: Es hat gerade einmal ein paar Jahrzehnte gedauert, bis Kopernikus mit seiner Theorie, die Erde stehe nicht im Mittelpunkt des Universums, kein Kopfschütteln mehr ernten musste.

 

Kurz notiert:

• Die Stringtheorie ist der Versuch, mehrere Gleichungen über das Universum zu vereinen. Aus dem Ergebnis folgen – leider – Multiversen.

• Paralleluniversen sind möglich, jedoch nicht messbar.

• Alles, was gemäß der Stringtheorie möglich ist, könnte in einem anderen Paralleluniversum real sein.

• Der Urknall ist nur einer von vielen möglichen. Ein ganzes Urknallgewitter. Parallel oder nacheinander.

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