Wegen Coronavirus-Krise Landauer Urlauberin strandet in Marokko

Katharina S. sitzt derzeit in Agadir in Marokko fest. Foto: Katharina S.

Hamsterkäufe, Ausgangssperren, Grenzschließungen: Die Coronavirus-Krise macht auch vor deutschen Urlaubern nicht Halt, wie Katharina S. aus Landau an der Isar zu spüren bekommt. Sie sitzt derzeit in Marokko fest, weil die Regierung des nordafrikanischen Staates alle Flüge nach Deutschland vorerst gestrichen hat.

Es ist Samstagnachmittag. Katharina sitzt zusammen mit einer Freundin in einem marokkanischen Bus. Sie kommen von einer letzten Erkundungstour zurück, bevor es einen Tag später zurück nach Deutschland gehen soll. Doch dann erhält die 30-Jährige eine Nachricht auf ihr Handy. Ihr Rückflug ist storniert, einen Ersatz gibt es nicht.

„Ich dachte mir anfangs noch, sie streichen manche Flüge und fliegen uns gesammelt aus“, sagt sie. Doch nur wenig später liest sie auf der Seite des Auswärtigen Amtes, dass ab Sonntag alle Flüge von und nach Marokko bis 31. März ausfallen, weil die marokkanische Regierung wegen der Ausbreitung des Coronavirus alle Flugverbindungen nach Deutschland und andere EU-Länder untersagen will.

Unsicherheit bei den Urlaubern

Für die Landauerin war das zunächst ein Schock. Sowohl sie als auch andere Urlauber in Marokko sind verunsichert. „Ich habe versucht, beim Auswärtigen Amt anzurufen und Dampf zu machen. Doch bin ich immer wieder in der Warteschleife gelandet“, erzählt die 30-Jährige. Auch als ihr Vater jemanden bei der Behörde erreicht, habe er nur wenig in Erfahrung bringen können.

Das Vorgehen der Regierungen wirke auf sie generell etwas planlos: „Wir haben inzwischen auch Leute getroffen, die Samstagabend noch nach Marokko fliegen durften, obwohl da schon klar war, dass es ab Sonntag bis 31. März keine Rückflüge mehr geben wird. Warum hat man die Urlauber nicht vor Abflug informiert?“, fragt sie.

Bessere Lage für Pauschalreisende

Einen Tag nach dem Flugverbot ist bei Katharina wieder Ruhe eingekehrt. Als Pauschalreisende dürfen sie und ihre Freundin in ihrem Hotel in Agadir bleiben, bis ihr Reiseveranstalter einen Rücktransport arrangiert hat. „Unser Reisebüro hofft, dass wir am Dienstag nach Deutschland zurückfliegen dürfen. Das beruhigt mich. Ich hatte erst wirklich Angst, dass es mehr als eine Woche dauert, bis wir zurück sind.“

Inzwischen setzt sich auch die Bundesregierung verstärkt dafür ein, dass die Urlauber aus Marokko heimfliegen dürfen. Das bestätigte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Montag telefonisch gegenüber idowa. „Mit den Reiseunternehmen arbeiten wir auch daran, dass Flug- und Fährverbindungen zur Ausreise für Individualreisende verfügbar sind“, bestätigt ein Sprecher der Bundesregierung zudem gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur. Für Pauschalreisende seien die Reiseveranstalter der erste Ansprechpartner.

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