Wegen Corona-Infektionszahlen Bayerisch-tschechische Grenzregion erlässt strenge Regeln

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder spricht in München. Foto: Peter Kneffel/dpa Foto: dpa

Wegen massiver Corona-Infektionszahlen in Tschechien haben bayerische Landkreise entlang der Grenze strenge Regeln erlassen. Pendler dürfen nur noch direkt zur Arbeit und wieder nach Hause fahren, Betriebe mit mehr als fünf Mitarbeitern aus Tschechien brauchen ein eigenes Hygienekonzept und ein Testkonzept für alle Angestellten. Außerdem müssen Unternehmen die Testergebnisse kontrollieren und für mehrere Wochen aufbewahren.

In den Landkreisen Tirschenreuth, Cham und Neustadt an der Waldnaab gelten die Regeln ab Donnerstag. In Stadt und Landkreis Hof sowie im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge ab Freitag. Im Landkreis Regen waren nach Angaben des Landratsamts vorerst keine strengeren Regeln geplant.

"Wir alle wollen die Zahl der Infektionen senken und damit Lockerungen möglich machen. Dazu sind in der aktuellen Situation solche Einschnitte nötig", betonte Peter Berek (CSU), Landrat von Wunsiedel im Fichtelgebirge. "Ich bin mir sicher, dass wir hier bei zahlreichen Grenzgängern und Grenzpendler sowie bei sehr vielen Unternehmen auf Verständnis stoßen."

Verstöße können mit bis zu 25 000 Euro bestraft werden. Die neuen Regelungen sind nach Angaben der zuständigen Landratsämter mit dem Bayerischen Gesundheitsministerium abgestimmt. "Darüber hinaus laufen Gespräche zu nächsten anstehenden Schritten", teilten Landrat Oliver Bär (CSU) und Oberbürgermeisterin Eva Döhla (SPD) in Hof mit.

Die bayerischen Nachbargebiete in Tschechien und auch das österreichische Bundesland Tirol könnten schon bald zu Mutationsgebieten erklärt werden. Das könnte stationäre Grenzkontrollen nach sich ziehen, erklärte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag.

Einreisen nach Bayern seien dann ausnahmslos nur noch mit einem negativen Corona-Test möglich, der dann nicht mehr in Bayern nachgeholt werden dürfe. "Dies kann unsere Sicherheit deutlich verbessern", sagte Söder. Pendler aus Tschechien müssen schon seit Ende Januar bei der Einreise nach Bayern ein negatives Corona-Testergebnis vorweisen, das höchsten 48 Stunden alt sein darf.

Tschechien kündigte an, ab Freitag drei Grenzbezirke von der Außenwelt abzuschotten. Betroffen sind die Bezirke Cheb (Eger) und Sokolov (Falkenau) an der Grenze zu Bayern sowie Trutnov (Trautenau) im Dreiländereck zu Polen und Sachsen.

Wer dort wohne, dürfe den jeweiligen Bezirk nicht mehr verlassen, sagte Gesundheitsminister Jan Blatny am Donnerstag in Prag. Leute von außerhalb würden nicht hereingelassen. Ausnahmen gelten unter anderem für den Weg zur Arbeitsstätte. Dafür sind schriftliche Nachweise vorzulegen. Der Transit ohne Zwischenstopp bleibt erlaubt. Die Polizei werde an den Zufahrtsstraßen kontrollieren.

Tschechien ist stark von der Corona-Krise betroffen. Landesweit meldeten die Behörden am Donnerstag 9446 neue Fälle. Seit Beginn der Pandemie gab es mehr als eine Million bestätigte Infektionen und 17 772 Todesfälle. Der EU-Mitgliedstaat hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

Auch in der bayerischen Grenzregion sind die Zahlen im Vergleich zu anderen Regionen im Freistaat besonders hoch: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete für den Landkreis Tirschenreuth am Donnerstag mehr als 333 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Es folgten die Landkreise Wunsiedel im Fichtelgebirge mit einer Inzidenz von 256,0, die Stadt Hof mit 178,9, der Landkreis Hof mit 162,4 sowie der Landkreis Regen mit 139,5.

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