Web-Tipp Poetry-Slam-Videos: Erinnerungssplitter und Früchtetee

Mit ihrem Text "Mathilda" rührt Slammerin Lucia Lucia ihre Zuhörer zu Tränen. Foto: Youtube/ Poetry Slam TV

Bis zum Poetry Slam „Freischnauze“ dauert es noch. Diese YouTube-Videos bekannter Slammer verkürzen die Wartezeit.

 

Maximilian Humpert: „Erinnerungssplitter“

Den Bielefelder Hörsaalslam kennen viele wahrscheinlich nur, weil Julia Engelmann mit ihrem Auftritt dort berühmt geworden ist. Wer sich von ihrem Video wegklickt, kommt nicht an dem Kölner Maximilian Humpert vorbei. In seinem Text „Erinnerungssplitter“ erzählt er eine rührende Liebesgeschichte und steht dabei an jenem Mikrofon, an dem ein Jahr später Julia Engelmann auf sich aufmerksam macht.

 

Franziska Holzheimer: „Früchtetee“

„Früchtetee“ von Franziska Holzheimer beschreibt das Gefühl, wenn man mit seinem Leben überfordert ist. Das Besondere dabei: Der Slammerin gelingen wahnsinnig bildhafte Wortspiele, die schön zum Anhören sind. Im Text listet Franziska alles auf, was sie eigentlich erreichen müsste und doch nie erreicht. Das Video ist zwar schon neun Jahre alt, aber immer noch ein wunderbar aktueller Denkanstoß.

 

Katja Hofmann: „Ich hasse das“ 

 

„Ich hasse Hausarbeiten und Arbeitenschreiben. Ich hasse Schreibblockaden, Blockaden bei der Deutschen Bahn und ich hasse die Deutsche Bahn im Allgemeinen.“ – Katja Hofmann zählt in ihrem Text „Ich hasse das“ alles auf, was sie so richtig nervt. Das gelingt ihr unglaublich lustig. Und es kommt noch besser: Auf YouTube gibt es auch eine Fortsetzung ihrer Liste mit einem Exkurs über alle Dinge, die sie liebt

 

Lucia Lucia: „Mathilda“

Unglaublich berührend und traurig sind die Texte der Slammerin Lucia Lucia. Vor allem ihre Geschichte von Mathilda, einer jungen Frau, die an sich selbst verzweifelt, weil sie sich sehr hässlich fühlt, lässt volle Säle verstummen. Mathilda wird Opfer sexueller Gewalt und zerbricht. Wie sehr der Text den Zuhörern unter die Haut geht, beweist im Video ein Kameraschwenk ins Publikum, der einen Blick in schockierte Gesichter eröffnet.

 

Alex Burkhard: „Max und Moritz heute“

 

Mit dem Text „Max und Moritz heute“ gewann der Münchner Poet Alex Burkhard 2017 die Bayerische Meisterschaft im Poetry Slam und im selben Jahr auch die Deutschsprachigen Slam-Meisterschaften.

In seinem Text wagt der Slammer den Versuch, Wilhelm Buschs Lausbubengeschichte in die heutige Zeit zu übersetzen. Das Ergebnis: ein wahnsinnig lustiges neuzeitliches Märchen, das sprachlich schön anzuhören ist.

 
 

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