Der Hamburger Florian Zinnecker sammelt seit drei Jahren fremde Einkaufszettel und blickt so in das Leben anderer Menschen.

„Schreibe Texte, sortiere Ideen, lebe in Hamburg, finde verlorene Einkaufszettel, aber sonst geht‘s gut“ – So beschreibt sich der Journalist Florian Zinnecker auf seinem Instagramprofil (@florianzinnecker). Für ihn sind die kleinen Zettelchen ein Fenster in den Alltag des Menschen, der ihn geschrieben hat. Das klingt fast schon poetisch, unrecht hat er damit aber nicht. Schließlich fühlen sich die Leute beim Verfassen von Zeilen wie „Bluse Schlitze 13 cm zunähen!“ oder „30 Würstchen dünn + lang + 5 Geflügelwürstchen dünn + lang“, unbeobachtet. Gezielt danach suchen würde er nicht. Trotzdem hat er seit 2015 – so lange sammelt er schon – um die 400 Einkaufszettel gefunden. Eine Reise durch sein Sammelsurium ist ein lustiger Zeitvertreib und erweckt in einem das Verlangen ab sofort selbst auf die Suche nach kleinen Botschaften zu gehen.