Wasser mit Salpetersäure verwechselt Gefährliche chemische Reaktion in Sünching

Feuerwehreinsatz am Dienstag in der Stärkefabrik in Sünching im Landkreis Regensburg. Dort war es zuvor zu einer chemischen Reaktion gekommen. Foto: er

Kleine Ursache – große Wirkung. Das lapidare Versehen eines Mitarbeiters in der Stärkefabrik Sünching sorgte am Dienstagmorgen für einen fast fünfstündigen Großeinsatz für Feuerwehr und Rettungsdienst.

Nach Auskunft von Werkleiter Armin Grandtner war der Mitarbeiter damit beschäftigt, in einer Halle die Batterie eines Elektrostaplers aufzufüllen. Dabei verwechselte er fälschlicherweise das destillierte Wasser mit Salpetersäure. Dadurch kam es zu einer heftigen chemischen Reaktion. Es bildete sich starker Dampf durch die sich immer mehr erhitzende Batterie mit zunehmend ätzendem Geruch. Die Feuerwehr Sünching wurde verständigt.

Als die Feuerwehrler mit drei Fahrzeugen am Einsatzort eintrafen und diese Situation vorfanden, wurde Großalarm ausgelöst. Verständigt wurden dabei die Wehren aus Aufhausen, Neutraubling und landkreisübergreifend Geiselhöring. An die 100 Einsatzkräfte waren schließlich vor Ort. Feuerwehrleute aus Sünching erkundeten mit Chemieschutzanzügen und unter schwerem Atemschutz die Halle und konnten vermelden, dass sich ein erheblicher und übelriechender Dampf in der Halle ausgebreitet hatte. Zum Einsatz kam ein wasserbetriebener Lüfter und auf der Gegenseite des Gebäudes wurden alle Tore geöffnet, um den Dampf abziehen zu lassen.

Mittlerweile hatte sich die Batterie in dem Stapler kontinuierlich auf über 90 Grad erhitzt. Weiträumige Absperrmaßnahmen waren die Folge. Auch der Rettungsdienst war mit einem Notarzt und zwei Rettungswagen erschienen. Ein Arbeiter hatte sich in der Halle leicht verletzt und wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus transportiert, was er aber nach einer eingehenden Untersuchung wieder verlassen konnte.

Da der Stapler so nicht in der Halle bleiben konnte, entschloss man sich, diesen im Bereich der Tore nach außen zu transportieren. Mit einem Radlader wurde ein anderer Stapler in die Halle gehoben. Dieser zog den beschädigten Stapler zu einem der Ausgangstore, wo er vom Radlader nach außen gehoben und an eine abgelegenen Stelle transportiert werden konnte, da noch etwas Rauch aus dem Batteriebereich drang. Vorsicht war dabei geboten, dass durch rückartige Bewegungen nicht noch mehr der Batterieflüssigkeit austreten konnte. Dort hatte die Feuerwehr Aufhausen eine Wanne bereitgestellt, in der der Stapler gehoben wurde, um jegliches Eindringen von gefährlichen Stoffen in das Erdreich zu verhindern. Natürlich wurde die Batterie von Feuerwehrleuten in besonderen Schutzanzügen ausgebaut und entsprechend gelagert.

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