Nach Astrazeneca-Stopp Bund und Länder verschieben Impfgipfel

Die Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca werden in Deutschland vorerst aussetzt. Foto: Nicolas Armer/dpa/dpa

Nach dem vorläufigen Stopp von Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca vertagen Bund und Länder Entscheidungen für einen Impfstart in den Arztpraxen.

Eine für diesen Mittwochabend vorgesehene Telefonkonferenz der Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten wird verschoben, bis eine Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zum weiteren Umgang mit Astrazeneca vorliegt, wie ein Sprecher der Bundesregierung am Dienstag mitteilte. Der vorläufige Impfstopp bringt Unsicherheit in die Planungen. Über das weitere Vorgehen ist neuer Streit entbrannt.

Bei den Bund-Länder-Beratungen sollte es vor allem darum gehen, wann auch Hausärzte auf breiter Front mitimpfen sollen. Dabei geht es um eine schrittweise Einbeziehung neben den bestehenden Impfzentren, die die Länder behalten und weiterhin auch zuerst mit Impfstoff beliefern wollen. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten einen breiten Impfstart in den Praxen bisher spätestens für die Woche vom 19. April angepeilt - dies ist nun aber ungewiss. Der Impfstoff von Astrazeneca kann auch gut in Praxen eingesetzt werden, weil er nicht so stark gekühlt werden muss wie etwa das Präparat von Biontech.

Wie einige andere europäische Länder hat auch Deutschland Impfungen mit Astrazeneca nun als "reine Vorsichtsmaßnahme" ausgesetzt, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag mitgeteilt hatte. Hintergrund ist eine entsprechende Empfehlung des für die Impfstoff-Sicherheit zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) nach Meldungen von Blutgerinnseln in zeitlichem Zusammenhang mit einer Astrazeneca-Impfung.

Die EMA arbeitet an einer erneuerten Bewertung des Impfstoffs. Die Sicherheitsexperten wollen am Donnerstag über mögliche weitere Schritte entscheiden, teilte die EU-Behörde mit. Von sieben in Deutschland gemeldeten Fällen mit Thrombosen (Blutgerinnseln) der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang zur Impfung verliefen drei tödlich, wie PEI-Präsident Klaus Cichutek in der ARD sagte. Bisher wurde das Astrazeneca-Präparat hierzulande mehr als 1,6 Millionen Mal verimpft. "Wir haben aufgrund von neuen Untersuchungen, aber auch neuen Meldungen, eine neue Lage", sagte Cichutek.

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