Warnstreiks Kita-Warnstreiks für mehr Wertschätzung und mehr Zeit

Beschäftigte von kommunalen Kitas demonstrieren während einer Kundgebung der Gewerkschaft Verdi. Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild

Die Kinder sollen bestmöglich versorgt sein. Doch viele Beschäftigte in Kitas fühlen sich damit überfordert. Sie fordern bessere Arbeitsbedingungen - insbesondere mehr Wertschätzung und mehr Zeit. Nun wollen sie den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

Beschäftigte kommunaler Kitas und anderer sozialer Dienste sind am Mittwoch für bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße gegangen. Vor allem in Nordbayern beteiligten sich viele an Warnstreiks. Zu einer Demonstration in Nürnberg seien rund 1300 Menschen gekommen, teilte die Gewerkschaft Verdi mit. Am Donnerstag soll sich der Schwerpunkt in den Süden Bayerns verlagern, viele werden bei einer Kundgebung in München erwartet. Betroffen von den Warnstreiks sind unter anderem Kitas, Krippen, Kindergärten und Horte aber auch Jugendämter, die Behindertenhilfe, Senioreneinrichtungen oder die ambulante Pflege.

Die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst wollen unter anderem mehr Geld, einen Anspruch auf Fortbildung sowie mehr Zeit für pädagogische Arbeit und die Betreuung von Praktikantinnen und Praktikanten. In erster Linie gehe es den Streikenden um mehr Wertschätzung und um bessere Rahmenbedingungen, sagte Verdisprecher Hans Sterr. Die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst wünschten sich eine Angleichung an andere Berufe wie etwa Ingenieure - auch in finanzieller Hinsicht. Als belastend empfänden viele die Tatsache, dass eine Person oft sehr viele Menschen betreuen müsste. "Man kann sich gar nicht genug kümmern, wie man es eigentlich möchte."

Verdi verlangt dringend Änderungen, auch um die sozialen Berufe für den Nachwuchs attraktiv zu machen und um die Beschäftigten zu halten. Viele seien ausgebrannt und suchten sich deshalb andere Berufe, erklärte Sterr.

Mit den Warnstreiks wollen die Gewerkschaften Druck auf die dritte Tarifrunde am 16. und 17. Mai in Potsdam machen. Schon vergangene Woche hatte es Warnstreiks gegeben. Ein Umdenken der Arbeitgeber sei aber nicht zu erkennen, hatten Verdi und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) danach bemängelt.

Die Kita-Schließungen dürften Zehntausende Eltern in ganz Bayern treffen. Da es nach Auskunft von Verdi dieses Mal keine Notbetreuung gibt, müssen sie ihre Kinder anderweitig unterbringen. Die Mütter und Väter seien aber sehr verständnisvoll, sagte Sterr. Sie wüssten, dass es den Beschäftigten um Betreuungsqualität und Arbeitsbedingungen gehe. "Die Eltern sehen, dass das im Sinne ihrer Kinder ist, wenn es da Verbesserungen gibt."

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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