Statt an der Seite von Hunderten Wallfahrern zu gehen, bringt Pilgerführer Josef Drescher wegen Corona heuer zum zweiten Mal deren Anliegen auf spezielle Weise nach Altötting.

Freitagnacht vor dem Pfingstwochenende geschieht am Straubinger Ludwigsplatz jedes Jahr Ungewöhnliches. Dann drängen sich Menschen in Wanderstiefeln, eine Regenjacke umgehängt und einen kleinen Rucksack auf dem Rücken. Es sind Hunderte, die sich hier zwischen 22 und 23 Uhr treffen, Junge, Alte, viele sind trotz der späten Stunde fröhlich aufgedreht, begrüßen Bekannte, andere sind in sich gekehrt. Dazwischen ein Pfarrer, ein Lautsprecherwagen und Josef Drescher, der Mann, bei dem alle Fäden zusammenlaufen.

An dieses Bild werde er denken, wenn er am Freitagabend zu Hause sitzt, sagt Drescher bei einem Gespräch in dieser Woche. Er sei enttäuscht, dass die Wallfahrt nun schon zum zweiten Mal ausfallen muss, bekennt Drescher. Das habe niemand geglaubt. Doch wie schon letztes Jahr will er Pfingsten nicht gänzlich sang- und klanglos vorbeigehen lassen.