Wahnsinn in Schladming Während des Rennens: Schneeball-Attacke auf Kristoffersen!

, aktualisiert am 24.01.2018 - 10:27 Uhr
Im roten Kreis sieht man einen der Schneebälle, die auf Henrik Kristoffersen geworfen wurden. Foto: Youtube-Screenshot/imago/Beautiful Sports/AZ

Eklat beim Flutlicht-Slalom in Schladming: Während des Rennens wird Henrik Kristoffersen von Zuschauern mit Schneebällen beworfen! Da gerät der Sieg von Marcel Hirscher fast schon in Vergessenheit.

Schladming - Marcel Hirscher konnte den Zweikampf mit Henrik Kristoffersen für sich entscheiden: Der Österreicher holte sich mit seinem Erfolg beim Flutlicht-Slalom in Schladming den insgesamt 54. Weltcup-Sieg seiner Karriere – damit stellte er den Rekord von Skifahrer-Legende Hermann Maier ein. Der Norweger Kristoffersen landeten mit 0,39 Sekunden Rückstand auf dem zweiten Platz.

Slalom in Schladming: Zuschauer bewerfen Kristoffersen mit Schneebällen

Möglicherweise auch, weil er während seiner zweiten Abfahrt von Zuschauern aus dem Rhythmus gebracht wurde: Die heimischen Hirscher-Fans bewarfen Kristoffersen mit Schneebällen – und das, während er mit fast 100 Stundenkilometern die Piste hinunterrauscht.

Eine mehr als unsportliche und vor allem gefährliche Aktion der Besucher. Auch Kristoffersen hat die Wurf-Attacken gegen ihn natürlich mitbekommen. Im Ziel angekommen, war der 23-Jährige fuchsteufelswild, fuchtelte mit dem Zeigefinger wild in die Kamera und zeigte den feiernden Fans unten den "Scheibenwischer". Dazu soll er auf Norwegisch noch "Schneeballwerfen ist nicht erlaubt" in die Kamera geschrien haben, dabei nahm er etwas Schnee und warf ihn in die johlende Menge – wohl um zu verdeutlichen, was oben auf der Piste gerade geschehen ist. Erst als eine Wiederholung des Durchgangs auf der Videoleinwand gezeigt wurde, begriffen die Zuschauer unten, weshalb sich der Norweger so sehr aufregte.

Als Hirscher noch vor der Siegerehrung davon erfuhr, entschuldigte er sich für das Verhalten der Fans. "Mir tut es sehr leid für Henrik. 99,9 Prozent der Zuschauer waren großartig, aber diese 0,1 Prozent sind etwas beschämend", sagte er ungefragt beim ersten Interview.

Das Statement von Kristoffersen

Kristoffersen sagte später: "Es ist ein bisschen respektlos, muss ich sagen. Ich liebe Österreich, Schladming ist ein kleines Heimrennen für mich." Zur Erklärung: Kristoffersen wohnt in Salzburg und ist sonst auch beim österreichischen Publikum beliebt. Am vergangenen Sonntag hatten ihn die Zuschauer in Kitzbühel noch gefeiert – und das obwohl er eine bessere Zeit hatte als Lokalmatador Hirscher. Trotz allem blieb der Norweger fair: "Marcel fuhr heute besser als ich", stellte Kristoffersen nach dem Rennen klar. "Marcel hätte auch ohne Schneebälle gewonnen, weil er sich noch härter am Limit bewegt hat als ich."

Von Maier kamen schriftliche Glückwünsche in Richtung des Schladming-Gewinners Hirscher, auf einen Besuch in Schladming hatte der inzwischen 45-Jährige verzichtet. Das Verhältnis der beiden gilt als belastet.

Den Vorfall sehen Sie hier im Video ab Minute 0:30 und 1:20:

Schneeball-Attacke auf Kristoffersen: Die Twitter-Reaktionen

Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken ließen nicht lange auf sich warten. Die Twitter-Nutzer machten ihrem Ärger über die unsportlichen Zuschauer Luft. Hier einige Beispiele:

Slalom in Schladming: Deutsche Skifahrer enttäuschen

Dritter vor der gewaltigen Kulisse mit mehreren zehntausend Zuschauern in der Steiermark wurde Daniel Yule aus der Schweiz. Für die deutschen Skirennfahrer gab es wie schon am Sonntag kaum Erfolgserlebnisse. Zwei Tage nach dem 18. Platz von Fritz Dopfer in Kitzbühel war Linus Straßer auf der WM-Strecke von 2013 mit Rang 18 der Beste aus dem Deutschen Skiverband.

"Man tut und macht und will, dann ist das bitter", kommentierte er seine Leistung und das Resultat. Fritz Dopfer kam auf Platz 20, Dominik Stehle war einen Rang besser. "Unterm Strich zumindest eine einigermaßen gute Platzierung. Ich habe mir etwas mehr vorgenommen, aber passt", sagte Stehle.

Hirscher war also der Gewinner des Abends – der Held des Flutlicht-Slaloms. Der Erfolg des Österreichers ging wegen der unsportlichen Aktion gegen Kristoffersen jedoch fast schon unter. Ein trauriges Novum, welches es im Skisport so bisher noch nicht gegeben hat – die Schande von Schladming.

 
 

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