Es war eine, nein - die entscheidende Epoche der Menschheitsgeschichte, in der jene Frau vor 7.000 Jahren lebte, in deren Gesicht Besucher heute wieder blicken können im Museum Quintana: das Zeitalter der ersten Bauern. Die Epoche ist in hohem Maß erforscht - gibt aber noch viele Rätsel auf, wie Professor Joachim Pechtl bei einem Vortrag im Quintana anhand der großartigen Funde darlegte, die von 1983 bis 2015 in Niederpöring zu Tage kamen.

Linienband-Keramiker (LBK) nennt die Wissenschaft die ersten Bauern Mitteleuropas nach den charakteristischen, bandförmigen Mustern, mit denen sie ihre Tongefäße verzierten. Der erste Deggendorfer Kreisarchäologe Dr. Karl Schmotz und sein Nachfolger Stefan Hanöffner sind am Rande von Niederpöring auf fantastische Spuren der LBK-Leute gestoßen. Darunter war der gut erhaltene Schädel einer wohl 50 Jahre alten Frau, deren Gesichtszüge von einem exzellenten Forensiker rekonstruiert worden sind - einem Fachmann, der sich darauf versteht, allein anhand der Schädelknochens von Toten die längst vergangenen Weichteile nachzubilden.