Vor dem Playoffstart René Röthke macht beim DSC den Unterschied

Hervorragend in Deggendorf angekommen: René Röthke. Foto: Fabian Roßmann

Der langjährige DEL-Spieler René Röthke ist vor einigen Wochen von den Straubing Tigers zum Deggendorfer SC gewechselt. Bei seinem neuen Club hat er seine Wertigkeit schon in den ersten Spielen demonstriert.

Freitagabend, Tatort Eisstadion Deggendorf. Es läuft die 53. Minute im Spiel des DSC gegen die Selber Wölfe. Andreas Gawlik passt von der blauen Linie auf die halblinke Position. René Röthke steht bereit, nimmt die Scheibe direkt und trifft! Es ist das 4:3, es ist der Siegtreffer, es ist das Tor zur Meisterschaft für den Deggendorfer SC. "Ein unbeschreiblicher Moment", blickt Röthke mit einigen Tagen Abstand auf dieses Tor zurück.

Erst seit zwölf Spielen trägt der 35-jährige Angreifer das Deggendorfer Trikot - und ist schon nicht mehr wegzudenken. Sportlich hat Röthke seinen Wert gleich unterstrichen. In zwölf Spielen hat er 19 Scorerpunkte gesammelt (13 Tore, 6 Vorlagen). Bemerkenswert: Von den zwölf Spielen wurden neun gewonnen - und sechsmal hat Röthke dabei das Game-winning-goal geschossen. "Natürlich freut mich das - vor allem, weil ich damit der Mannschaft helfen konnte", sagt Röthke zu seiner Statistik. Röthke macht beim DSC derzeit den Unterschied!

Doch Röthke ist nicht der Typ, der sich besonders in den Vordergrund drängen will. "Eishockey ist keine Einzelsportart. Das Team steht über allem", sagt er. Schließlich könne er auch in der Oberliga kein Spiel alleine gewinnen. Viel Lob gibt es aber von seinem Trainer John Sicinski. "René ist für die Oberliga ein Ausnahmespieler. Nicht nur, weil er Tore schießt - er ist auch sonst extrem wertvoll für uns. Er hat bewiesen, dass er in den entscheidenden Momenten die Ruhe hat, um die wichtigen Tore zu schießen. René ist ein Spieler, der den Unterschied machen kann."

Große Umstellung

Von der DEL zur Oberliga musste sich Röthke enorm umstellen. Es sei natürlich alles langsamer und man habe für seine Aktionen mehr Zeit und Raum. "Aber ist ist nicht so, dass man hier einfach durchläuft und machen kann was man will", sagt Röthke. Zumal er als ehemaliger DEL-Akteur auch bei den Gegnern einen besonderen Stellenwert hat. "Manchmal habe ich schon das Gefühl, dass zwei oder drei Mann um mich herumstehen", sagt der Stürmer. Doch auch das macht ihm nichts aus: "Dann haben meine Mitspieler mehr Platz."

Röthke, der von den Fans schon nach wenigen Wochen einen eigenen Fansong bekommen hat, ist in Deggendorf eine Rolle als Führungsspieler zugedacht - und er hat diese Rolle von Beginn an angenommen. "Ich habe während meiner Karriere viele Erfahrungen gesammelt und will diese auch an meine Mitspieler weitergeben", sagt er. Auch John Sicinski ist voll des Lobes über seinen Neuzugang. "René ist nicht als überheblicher DEL-Spieler zu uns gekommen - ganz im Gegenteil. Er hat von Anfang an hart gearbeitet, hat Schüsse geblockt, hat die Zweikämpfe gewonnen. Das war vorbildlich und dadurch ist nochmal ein Ruck durch unsere Mannschaft gegangen."

Sicinski und Röthke kennen sich schon lange, beide leben in Straubing. Auch ein Grund, warum sich Röthke für den vorzeitigen Wechsel von den Straubing Tigers in die Oberliga entschieden hat. "Es hat einfach alles gepasst. Die Gespräche waren super, die aufgezeigte Perspektive hat mit meinen Plänen übereingestimmt", sagt er.

Wechsel nach Deggendorf eine "Entscheidung für die Familie"

Der gebürtige Berliner und langjährige DEL-Spieler (fast 800 Spiele) hat mit dem Wechsel nach Deggendorf gleich einen Schritt um zwei Ligen nach unten in Kauf genommen. "Natürlich bin ich ehrgeizig und hätte auch gerne weiter DEL oder DEL2 gespielt. Aber es war eine Entscheidung für die Familie", sagt Röthke. Mit seiner Frau Danijela, seiner Tochter Sienna Rose und vier Hunden ist er in Straubing heimisch geworden. Nach neun Jahren bei den Tigers wollte er sein "neues Zuhause" nicht aufgeben. Die Stadt und die Menschen hier sind ihm ans Herz gewachsen. Mit seinem Personaltraining "Rock your body" ist er zudem dabei, sich ein Standbein für die Zeit nach seiner aktiven Karriere aufzubauen.

Nun stehen aber erst einmal die Playoffs an. Röthke freut sich auf die "schönste Zeit des Eishockey-Jahres". Die Playoffs seien "das Salz in der Suppe", sagt Röthke. Sicinski schätzt ein: "Die Playoffs sind noch härter als die Meisterrunde. Am Ende werden Kleinigkeiten die Spiele entscheiden." Röthke mache diese Kleinigkeiten richtig und könne dadurch auch in den Playoffs sehr wertvoll werden. "Ich denke, Playoff-Eishockey ist genau Renés Spiel", sagt der Coach. Röthke selbst freut sich auf die anstehende Phase: "Darauf arbeitet man schließlich ein ganzes Jahr lang hin." Und am liebsten würde Röthke auch in den Playoffs wieder den Unterschied zu Gunsten des DSC machen.

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