Wenn ein Vergewaltiger seinem Opfer eine Aussage vor Gericht erspart, weil er ein vollumfängliches Geständnis ablegt, kann er mit einem milden Urteil rechnen. Das hat sich im Fall eines 29 Jahre alten Kfz-Mechatronikers aus einem Nachbarlandkreis, der am Dienstag vor dem Chamer Schöffengericht auf der Anklagebank saß, einmal mehr bestätigt. Zwei Jahre auf Bewährung lautete am Ende der Richterspruch, zudem muss der 29-Jährige dem Opfer 6.000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Der Angeklagte und die junge Frau kannten sich und hatten geraume Zeit vor der Vergewaltigung mehrmals einvernehmlich Sex. Seit einigen Monaten aber war es nur noch eine platonische Freundschaft. Am 20. Juli 2019 besuchte der Kfz-Mechatroniker die Frau in ihrer Wohnung in Cham, die sie sich mit einem Bekannten teilt. Der Angeklagte hatte Liebeskummer, weil seine Lebensgefährtin ihm kurz zuvor den Laufpass gegeben hatte. Die Ex-Freundin tröstete ihn, man sah zu dritt Youtube-Videos an und die Wohnungsinhaberin erlaubte dem Gast, auf der Couch zu übernachten, wo auch sie selbst schlief. Zu vorgerückter Stunde passierte es: Die junge Frau bemerkte, dass der Kfz-Mechatroniker ohne Kondom in sie eingedrungen war. Sie stieß ihn weg und legte sich an einen anderen Platz zum Schlafen.