Von Regensburg ins Australian-Open-Finale Tennis-Ass Jennifer Brady: "Was für eine Reise"

Ein bisschen enttäuscht, aber insgesamt zufrieden: Jennifer Brady. Foto: Schreyer/imago

Jennifer Brady verliert das Finale der Australian Open gegen Naomi Osaka, mit ihrer Entwicklung ist sie aber zufrieden. "Lasst uns so weitermachen", ruft sie ihrem Regensburger Trainerteam zu.

Von Regensburg über die strikte Hotel-Quarantäne in Melbourne bis ins Endspiel der Australian Open: „Was für eine Reise“, bilanzierte Jennifer Brady nach der 4:6, 3:6-Finalniederlage gegen die Japanerin Naomi Osaka auf Facebook. Brady konnte trotz der Niederlage und einer nervösen Leistung stolz sein auf das Erreichte, nach dem Turnier springt sie in der Weltrangliste von Rang 24 auf Position 13, die Top Ten sind nicht mehr weit.

Der Dank der US-Amerikanerin ging vor allem an zwei Oberpfälzer: Ihren Trainer Michael Geserer und Athletikcoach und Physiotherapeut Daniel Pohl. „Danke an Michael und Daniel. Ohne euch wäre ich nicht hier. Lasst uns so weitermachen“, sagte Brady.

Die 25-Jährige, einst eine talentierte College-Spielerin, hatte Geserer vor rund eineinhalb Jahren kennengelernt, in Peking hatte sie auf Empfehlung eines befreundeten US-Trainers ein paar Probetrainings mit dem Regensburger absolviert. Und die Chemie passte sofort. „Das Wichtigste für mich war ihr Herz. Davon hat sie mich sofort überzeugt. Ihr Wille, ihre Leidenschaft, die sah man auch in Melbourne“, sagte Geserer nun. Es entstand eine Erfolgsbeziehung. Brady, die zuvor in ihrer Leistung stagniert hatte, verbesserte sich kontinuierlich, schaffte bereits im Herbst den Einzug ins Halbfinale der US Open. In Australien gelang ihr jetzt der nächste Schritt.

„Das Finale ist die Krönung einer superschönen Entwicklung. Von Platz 70 auf 13 in der Weltrangliste fast ohne Turnier, ganz toll“, sagte Geserer der „Bild am Sonntag“. Eine Entwicklung, in der auch Regensburg eine wichtige Rolle spielt. Immer wieder, im Sommer und auch in der Saisonvorbereitung, kam Brady für einen längeren Zeitraum in die Oberpfalz, um mit Geserer in der Tennishalle am Weinweg zu trainieren. Die 25-Jährige wohnte in dieser Zeit in Regensburg, fuhr mit dem Rad durch die Straßen und genoß das Flair in der Altstadt. Zweimal besuchte sie auch den SSV Jahn.

Reis und Hühnchen zur Feier

In einem insgesamt wenig hochklassigen Finale war Brady gegen die favorisierte Osaka keineswegs chancenlos, ließ sich aber beim Stand von 4:5 aus ihrer Sicht im ersten Satz entscheidend breaken. Zu Beginn des zweiten Abschnitts war sie dann ziemlich von der Rolle, schaffte es nach einem 0:4-Rückstand aber immerhin noch, auf 2:4 und 3:6 zu verkürzen. Der Druck, der in ihrem ersten Grand-Slam-Finale wohl auf ihr lastete, war aber das ganze Spiel über zu spüren.

Danach wurde trotzdem ein bisschen gefeiert. Es habe „Reis und Hühnchen“ gegeben, berichtete Geserer, man habe „ein Glaserl“ getrunken und lasse die rasante Melbourne-Reise nun erstmal sacken. „Ein bisschen Melbourne genießen ohne Tennis und Mittwoch fliegen wir nach Doha.“ Dort steht ab 1. März das nächste WTA-Turnier auf dem Programm.

„Die Nachfolgerin von Serena“

Osaka hingegen posierte am Sonntag in einem farbenfrohen Kleid mit dem Siegerpokal. Die 23-jährige Japanerin, die nach den Siegen bei den US Open 2018 und 2020 sowie den Australian Open 2019 ihren vierten Grand-Slam-Titel gewann, gilt als das neue Gesicht des Frauentennis. „Für mich ist sie die Nachfolgerin von Serena Williams, der nächste Superstar“, sagte Boris Becker bei Eurosport über Osaka, die auch abseits der Centercourts für Aufsehen sorgt: „Ich sehe keinen Grund, warum sie über die kommenden Jahre nicht die dominierende Spielerin sein sollte.“

 

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