Vom Allgäu direkt nach Bogen Hier gibt's den ersten Käse-Döner Niederbayerns

Gülcin und Engin Simsek neben ihrem neuesten Angebot im "Kebap Haus" in Bogen: dem Käse-Döner. Foto: mj

Mit Käse schmeckt eben alles besser. Das dachten sich auch Engin Simsek (40) und seine Frau Gülcin Simsek (36). Deshalb bieten die beiden in ihrem „Kebap Haus“ in Bogen ab Freitag erstmals eine völlig andere Döner-Variante an: Käse-Döner. Eine Premiere nicht nur für die Simseks, sondern auch für Niederbayern – denn einen solchen Döner gibt es bislang im gesamten Regierungsbezirk nirgends.

„Döner mit Käse? Was soll daran neu sein?“, wird sich womöglich manch einer im ersten Moment fragen. Klar, die Döner-Variante ohne Fleisch und stattdessen nur mit Salat, Zwiebeln, Soße und Schafskäse kennt jedes Kind. Aber das hat mit diesem neuen Döner nichts gemein. Denn hier dreht sich ein Käselaib direkt am Spieß. Nicht irgendein Käse, sondern Allgäuer Käse. Genau dort wurde die Idee für den Käse-Döner auch vor wenigen Jahren entwickelt. Erst noch in sehr überschaubaren Chargen, doch mittlerweile ist diese Alternative bundesweit auf der Überholspur.

Das dämmerte auch Engin Simsek vor etwa anderthalb Jahren, als er im Fernsehen eine Reportage sah. „Damals wurde bei 'Galileo' über den Käse-Döner aus dem Allgäu berichtet“, erinnert sich Simsek. Auch er war sofort Feuer und Flamme für diese Idee. Doch ebenso wie guter Käse musste auch diese Idee erst reifen. Zunächst wollte Engin Simsek den Käse-Döner erst einmal selbst verkosten und spätestens ab diesem Moment war es um ihn geschehen: „Ich habe in der Produktionsstätte im Allgäu einen Döner nur mit Käse probiert und einen gemischt mit Käse und Fleisch. Das schmeckte phänomenal! Von da an wollte ich das unbedingt auch in Bogen anbieten.“

Käse-Premiere am Karfreitag

Wie ihm vom Käse-Produzenten mitgeteilt wurde, ist Niederbayern in Sachen Käse-Döner bislang ein weißer Fleck auf der Landkarte. Doch das wird sich ab Karfreitag ändern. Dann nämlich wird im „Kebap Haus“ in Bogen der etwas andere Döner erstmals angeboten. Für Engin Simsek das ideale Timing: „Ich dachte mir, dass am Karfreitag viele Leute sowieso kein Fleisch essen. Da passt das Angebot mit dem Käse-Döner perfekt.“ Nervös sind er und seine Frau allerdings schon jetzt. Schließlich haben auch sie bislang noch keine praktischen Erfahrungen damit gesammelt. Zwar betreibt das Ehepaar bereits seit 2011 seinen Döner-Laden am Stadtplatz in Bogen, aber im Laufe dieser zehn Jahre kam dabei eben nur Fleisch an den Spieß.

Doch wie landet der Käse letztendlich im Fladenbrot? „Der Käselaib wird einfach am Drehspieß gegrillt und lässt sich dann genauso wie sonst das Fleisch in Streifen runterschneiden“, erklärt der Bogener Döner-Experte. Im Gegensatz zu Fleisch schmilzt Käse allerdings naturgemäß. Was gilt es dabei also zu beachten? Simsek: „Der Laib darf sich nicht zu lange am Grill drehen, sonst wird der Käse gummiartig. Wir müssen daher auf die genaue Temperatur achten und den Grill entsprechend nach Bedarf ein- oder ausschalten.“ Ein Käseblock am Spieß wiegt dabei in etwa 20 Kilogramm und reicht für circa 150 Döner-Portionen. Zwei dieser Käselaibe hat Engin Simsek für die große Niederbayern-Premiere am Karfreitag auf Lager.

Anfragen sogar aus Weiden

Schon jetzt ist die Nachfrage gigantisch. Zunächst hatte der 40-Jährige eine Anzeige auf Facebook geschaltet, um dort auf sein neues Angebot aufmerksam zu machen. Doch nach gerade mal einem Tag beendete er diese wieder, weil sich schon da abzeichnete, dass er wohl genau ins Schwarze getroffen hatte. Und das offenbar nicht nur in Niederbayern. „Mich hat sogar ein junger Mann aus Weiden angeschrieben und gefragt, ob er am Freitagnachmittag bei mir noch einen Käse-Döner bekommt, wenn er mit seinen Freunden extra zu uns fährt“, berichtet Engin Simsek. Doch eine Garantie gibt es wie so oft im Leben auch in diesem Fall nicht. Denn für den Käse-Döner werden keine Vorbestellungen angenommen. Stattdessen wird er am Karfreitag nur so lange verkauft, wie der Vorrat reicht.

Keine Angst, auch beim Käse-Döner sind der Fantasie des Gastes freilich nur wenige Grenzen gesetzt. Heißt im Klartext: Man kann sich auch diesen Döner je nach Belieben selbst zusammenstellen. In Kombination mit Fleisch, Salat, Zwiebeln, verschiedenen warmen Soßen, angebratenem Gemüse und auch in des Deutschen liebster Döner-Zutat: „mit scharf“. Je nach Beilagen variiert dann aber auch der Preis. Ein normaler Käse-Döner wird am Freitag im „Kebap Haus“ etwa 5,50 Euro oder 6 Euro kosten. Denn der Allgäuer Käselaib ist in der Herstellung teurer als der herkömmliche Fleischspieß aus Pute. Und damit dieses Angebot im „Kebap Haus“ in Bogen auch eine Besonderheit bleibt, soll der Käse-Döner künftig nur an bestimmten Tagen auf der Speisekarte landen. „So alle paar Wochen können wir uns das vorstellen“, sagt der Mann, der 2008 als Quereinsteiger seine ersten Schritte im Döner-Business machte.

Engin Simsek rechnet damit, „dass am Freitag die Hölle los sein wird“. Er würde sich freuen, wenn auch andere Mitbewerber in Ostbayern auf diesen Zug mit aufspringen: „Viele Leute denken immer, dass Döner Kebap überall das Gleiche ist, aber wer sich zum Beispiel mal das Döner-Angebot in Berlin angesehen hat, der wird schnell feststellen, dass wir in Ostbayern da noch Lichtjahre hinterher sind.“ Vielleicht also spezialisiert sich ja in naher Zukunft ein Imbiss in Ostbayern nur auf Käse-Döner? In verschiedenen Käse-Variationen. Das würde mit Sicherheit nicht nur die Vegetarier freuen, sondern auch viele andere Döner-Fans, denn mit Käse schmeckt bekanntlich alles besser.

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