Volleyball-Bundesligist NawaRo Straubing stellt sich bei den Physios neu auf

Christina Haimerl vom Reha-Zentrum Straubing kümmert sich um die Belange der Nawaro-Spielerinnen. Hier behandelt sie Kapitänin Magdalena Gryka. Foto: Magnus Rötzer

Volleyball-Bundesligist NawaRo Straubing hatte in der letzten Saison arg mit Verletzungen zu kämpfen. Das soll sich diese Saison ändern – mit einem neuen Partner an der Seite.

NawaRo Straubing befindet sich mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison in der Volleyball-Bundesliga. Doch anders als in den Jahren zuvor fand das Individualtraining der Spielerinnen im Sommer in abgespeckter Form statt. Nun, knapp einen Monat vor Saisonbeginn, stellt sich die Frage: War die Corona-Pause für die Spielerinnen gut, um optimal zu regenerieren oder wird es für die Volleyballerinnen nun umso schwerer wieder zur alten Form zu finden?

Für NawaRo-Trainer Benedikt Frank gibt es hierfür keine klare Antwort: "Das ist super unterschiedlich." Es gebe Spielerinnen, die die Zeit sehr gut genutzt hätten, sich weiter fit gehalten und auch aufgebaut hätten. "Vielleicht aber nicht auf die spezifische Art, wie es für die Sportler notwendig gewesen wäre", merkt Frank an. Man hätte deswegen "schon ein paar Schwierigkeiten" in der Vorbereitung gemerkt.

Fokus liegt auf Kraftaufbau

Aus diesem Grund fokussiert sich das Trainerteam von NawaRo aktuell darauf, mehr Maximalkraft, Sprungkraft und Schnellkraft aufzubauen. Dabei sei es eine große Herausforderung, für alle Spielerinnen ein einheitliches Belastungsniveau zu erreichen. Für Frank ist es deshalb umso wichtiger zu beobachten, ob Bewegungen kontrolliert oder unkontrolliert erfolgen. Denn die Gefahr sei groß, dass alte Verletzungen der Spielerinnen wieder auftreten.

Im Training mit dem Ball müssen die Coaches entscheiden, welchen Spielerinnen mehr Sprung-, Abstoß- und Schnelligkeitsbewegungen gegeben werden können und welchen etwas weniger. Da hört Frank vermehrt auf sein Bauchgefühl.

Wegen Corona: mehr Verletzungen als in den Vorjahren?

Das Ziel ist ganz klar, Verletzungen zu vermeiden. Ob diese aufgrund der Coronapause vermehrt zu erwarten sind, findet auch Frank "eine spannende Frage". Er geht im Fall NawaRo aber nicht davon aus: "Ich denke, dass wir vor allem hier in Deutschland in Sachen Athletikausbildung und physiotherapeutischer Behandlung sehr weit sind und glaube, dass wir uns hier in Straubing keine Sorgen machen müssen, weil wir hier sehr gewissenhaft arbeiten."

In Sachen Physiotherapie, Rehabilitation sowie Anschlussheilbehandlungen hat der Volleyball-Bundesligist in dieser Saison auch einen neuen Kooperationspartner: das Straubinger Reha-Zentrum. Dort können die Spielerinnen von einer "ganzheitlichen Betreuung" Gebrauch machen, wie Geschäftsführer Dr. Martin Huber erklärt. "Die Gesundheit der Spielerinnen ist unser höchstes Gut", bekräftigt NawaRo-Geschäftsführerin Ingrid Senft. Mit dem Reha Zentrum als Partner habe man in Sachen Behandlungsqualität und stationären Behandlungsmöglichkeiten einen "Riesenschritt nach vorne" gemacht, findet Frank.

Christina Haimerl ist eine der beiden Physiotherapeutinnen, die sich nun um die NawaRo-Mädels kümmern und ihnen beiseite stehen. "Aktuell kommen meine Kollegin oder ich zwei Mal in der Woche gegen Ende des Trainings vorbei", erzählt Haimerl. Die Therapeutinnen schauen sich die Trainingseinheit an, "um zu sehen, wie sich die Spielerinnen bewegen." So könnten eventuelle Probleme frühzeitig erkannt werden. Zu ihren Aufgaben gehört auch das Tapen vor den Spielen oder die Erstversorgung im Ernstfall bei Verletzungen. Kapitänin Magdalena Gryka weiß die Bereitschaft der Therapeuten sehr zu schätzen und ist dankbar, "dass wir zwei kompetente Physiotherapeutinnen dazu bekommen haben."

Wichtig bei Verletzungen: Keinen Druck aufbauen

Sollte es tatsächlich zu Verletzungen kommen, gibt es laut Sporttherapeut Peter Kunzmann eine klare Reihenfolge. Zuerst werde der Arzt kontaktiert, dann kommuniziert, was der betroffenen Spielerin fehlt. Im Anschluss werden die Termine ausgemacht. "Wir versuchen in Absprache mit dem Trainer, den Spielerinnen schnellstmöglich zu helfen." Aber alles mit Vernunft und der nötigen Geduld. Das Schlimmste, was man bei Verletzungen machen kann, so Kunzmann, sei Druck aufzubauen und zieht einen Vergleich: "Wenn ein Bauarbeiter einen Unfall hat, bekommt er Reha. Dann wird getestet, ob er in die Arbeit zurückkehren kann oder nicht." So sei es auch bei den Volleyballspielerinnen.

Dem gesamten NawaRo-Team wäre es freilich ohnehin am liebsten, wenn man in nächster Zeit von Verletzungen verschont bleibt. Das war in der vergangenen Saison nicht der Fall. "Wir hatten mega viele Verletzungen und die Organisation bei Verletzungen war schwierig", so Gryka. Mit dem Reha-Zentrum im Rücken ist die Zuspielerin guter Dinge, dass die NawaRo-Spielerinnen in der kommenden Saison vom Verletzungspech verschont bleiben werden. "Alleine schon deshalb, weil man weiß, man hat einen starken, gut organisierten und ganzheitlichen Partner hinter einem."

 

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