Volleyball-Bundesliga NawaRo Straubing steht vor einer Woche der Entscheidungen

Hat derzeit mit den Planungen für die kommende Saison alle Hände voll zu tun: NawaRo-Trainer Benedikt Frank. Foto: fotostyle-schindler.de

NawaRo Straubing plant derzeit die zweite Saison in der Volleyball-Bundesliga. Die Lizenz hat man bekommen, in den nächsten Tagen werden einige Personalentscheidungen fallen.

„Das ist locker das zwölfte Telefonat heute“, sagt Benedikt Frank, als ihn die idowa-Redaktion am Montagnachmittag am Handy erreicht. Keine Frage, der Trainer von NawaRo Straubing hat derzeit alle Hände voll zu tun. Er war nun vier Wochen in Österreich, wo er für den dortigen Verband verschiedene Tätigkeiten erledigt hat. Seit Sonntag ist er wieder in Straubing, wo bereits teilweise mit den Spielerinnen individuell gearbeitet wird. Und „nebenbei“ gilt es, die Kaderplanung bei NawaRo für die kommende Saison voranzutreiben und abzuschließen.

Letzteres zieht sich auf den ersten Blick ein bisschen in die Länge. Mit Lisanne Meis (Zuspiel), Lisa Izquierdo (Außenangriff) und Libera Sophie Dreblow stehen offiziell erst drei Spielerinnen für kommende Saison unter Vertrag. Ein Umstand, der sich aber in nächster Zeit schnell verändern wird, denn es stehen einige Entscheidungen an. „Wir haben die Woche der Entscheidungen“, blickt Geschäftsführerin Ingrid Senft voraus. Benedikt Frank verrät, dass man bereits fünf Zusagen hat und er hofft, dass in dieser Woche vier weitere dazukommen. Nach idowa-Informationen ist eine Personalie so gut wie geklärt: Mittelblockerin Celin Stöhr, in diesem Sommer ins Nationalteam eingeladen, steht vor einem Verbleib in der Gäubodenstadt.

Damit ist die Zukunft von fast allen Spielerinnen aus dem Kader der abgelaufenen Saison geklärt. Franziska Liebschner, Danica Markovic (Wechsel in die Geschäftsstelle), Frauke Neuhaus, Julia Wenzel (beide VC Wiesbaden), Dana Schmit (Volley Lugano) und Lorena Sipic werden nicht mehr für NawaRo auflaufen. Ob Diagonalangreiferin Lena Große Scharmann weiter in Straubing spielt, wird sich vermutlich in den kommenden beiden Wochen entscheiden.

Frank kündigt guten Ersatz im Zuspiel an

NawaRo ist sowohl finanziell als auch sportlich noch einer der Underdogs in der 1. Bundesliga. „Das macht es nicht immer leicht“, sagt Frank über die Kaderplanung. Es könne durchaus auch langwieriger sein als bei anderen Clubs, weil man eben nicht immer die 1A-Lösung bekommen oder finanzieren könne. Aber dennoch ist der Coach bislang nicht unzufrieden: „Wir konnten bis jetzt außer Dana Schmit alle Spielerinnen halten, die wir behalten wollten.“ Und im Zuspiel könne er jetzt schon sagen, dass man einen guten Ersatz finden wird. Nur letzte Details gelte es hier noch zu klären.

Es ist durchaus eine anspruchsvolle Aufgabe, als kleines NawaRo einen konkurrenzfähigen Kader zu bauen. „Die Netzwerkaufgabe ist gewaltig“, sagt Frank. Er führe viele Gespräche und schaue viele Videos. „Wir müssen Nischen finden, um uns sportlich und perspektivisch zu verbessern, die auch wirtschaftlich zu uns passen“, sagt Frank. Man wolle sich „jung, perspektivisch, aber natürlich auch gut“ aufstellen, so der Coach. Die Struktur des Kaders könnte sich ein bisschen verändern. Gut möglich, dass gerade auf Schlüsselpositionen wie dem Zuspiel ein bisschen mehr Erfahrung in die Mannschaft kommt, auch die eine oder andere ausländische Spielerin mehr könnte das NawaRo-Trikot kommende Saison tragen. „Der Charakter ist das Wichtigste“, sagt Frank. „Wir werden auch in der kommenden Saison mehr Spiele verlieren als gewinnen. Deshalb muss das Team auch mental zusammenpassen.“ Geplant ist erneut ein Kader mit elf Spielerinnen, wobei Frank, wenn finanzierbar, auch gerne noch eine zwölfte Spielerin in den Kader aufnehmen würde.

Lizenz unter erwarteten Auflagen

Neben dem sportlichen Bereich gilt es, die Rahmenbedingungen für die kommende Saison zu schaffen. Hier ist in erster Linie Geschäftsführerin Ingrid Senft gefordert. Die Lizenz hat der Verein, wie alle anderen Clubs der Liga, erhalten – unter Auflagen, von denen für Senft aber keine überraschend kam. Bis Ende Juni muss gegenüber der Liga der Großteil des geplanten Etats nachgewiesen werden können. Über die Hälfte habe man schon fix, so Senft. Der geplante Etat liegt über dem des Vorjahres.

Eine Veränderung wird es in der Liga geben. VCO Berlin, die Nachwuchsnationalmannschaft, wird kommende Saison in der zweiten statt in der ersten Liga spielen. Weil das Spiel gegen das Hauptstadtteam an einem Doppelspieltag stattfand, werde es zuschauertechnisch nicht allzu viel ausmachen, glaubt Senft. Aber es falle eine Mannschaft weg, gegen die man ein vermeintliches Erfolgserlebnis hätte einfahren können. „Aber das gilt für alle Teams gleichermaßen“, so Senfts Einschätzung.

In der ersten August-Woche wird das Mannschaftstraining wieder aufgenommen. Bis dahin gibt es bei NawaRo noch einiges zu tun. Benedikt Frank wird nun drei Wochen in Straubing sein, danach will er einmal zwei Wochen „richtig Pause“ machen und die Akkus aufladen. Bis dahin soll der NawaRo-Kader für die kommende Saison nach Möglichkeit vollständig sein. „Ich denke, das ist machbar“, blickt Frank zuversichtlich voraus und findet: „Wir sind auf einem guten Weg.“

 

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