Volksfest-Auftakt in Furth im Wald „Ich freu’ mich darauf, was die Further sagen“

„Af an schena Drachenstich!“: Nach einem Jahr Pause ist Ludwig Weber heuer wieder mit seiner „Olm“ vertreten. Er bietet 250 Plätze im Freien und 150 im Inneren. Zudem befindet sich in „D’ Olm“ die Festbar. Foto: Thomas Linsmeier

Matthias Strauß ist zu lange im Geschäft, um einen Tag vor einem Volksfest-Auftakt noch nervös zu werden. Und dennoch: Beim Chef der Further Dimpfl-Brauerei ist etwas zu spüren, das sich am besten als gute Mischung aus Vorfreude und Neugier beschreiben lässt. Neugier deshalb, weil Strauß gespannt ist, was die Bürger aus Furth im Wald und Umgebung zu seinem neuen Konzept sagen. Denn geändert hat der Dimpfl-Brui viel – nicht nur den Namen des Festes.

Das „Drachenstichfest“ wird erstmals in der jüngeren Geschichte der Grenzstadt nicht in der Festhalle gefeiert; diese dient heuer nur zur Toiletten-Nutzung. Damit der Weg dorthin nicht trist ausfällt, konnte Strauß die Arnschwanger Oldtimerfreunde als Partner gewinnen. Sie stellen in der Festhalle während der gesamten Volksfestzeit ihre Raritäten aus, darunter sogar eine alte Zapfsäule.

Insgesamt 2200 Plätze

Gefeiert wird dagegen vor der Halle, genau genommen in einem Festzelt. Dieses fasst 1600 Besucher. Weitere 600 Gäste haben in dem davor aufgebauten, überdachten Biergarten Platz. Das Besondere daran – zumindest ist es in Furth im Wald ein Novum: Die Zelt-Seitenwände sind transparent. So hat man selbst bei schlechtem Wetter den Eindruck, dass man im Freien sitzt. Und bei guter Witterung werden die Seiten geöffnet, so dass das Zelt einem riesigen Biergarten gleicht.
Im Inneren hat Matthias Strauß anscheinend keine Kosten gescheut, um ein gemütliches Ambiente zu schaffen. Auffällig: Die Bühne befindet sich in der Mitte und ist mit einer riesigen LED-Leinwand von Further Event-Jungunternehmern  der M.X. Event Group GbR ausgestattet. Auf den ersten Blick beeindruckt auch die Aufreihung von hölzernen Boxen. „Da hat sich die Zimmerei Riederer mächtig ins Zeug gelegt. Ich finde, dass sie wunderschön geworden sind“, lobt der Festwirt. Jede Box wurde unter anderem mit Drachenstich-Fotos geschmückt und erhält zudem einen Furth-bezogenen Namen. Dies soll zum einen der Orientierung der Gäste (falls man einen bestimmten Sitzbereich vereinbaren will) dienen, zugleich aber auch die starke Heimatverbundenheit der Brauerei zum Ausdruck bringen. Bierausschank und Festküche befinden sich an der Rückseite des Festzelts im Übergang zur Halle.

Bar in „D’ Olm“

Urig ist nicht nur das Ambiente, auch bei der Musikauswahl hat Strauß weniger auf Party, mehr auf Gemütlichkeit gesetzt. Das Programm stellen wir täglich – in Verbindung mit unserer Verlosung einer Wies’n-Brotzeit – in der Chamer Zeitung vor.
Doch nicht nur Matthias Strauß ist heuer nach sechs Jahren zurückgekehrt auf die Further „Wies’n“, auch Ludwig Weber ist nach einjähriger Pause mit „D’ Olm“ wieder mit dabei. Diese findet sich rechts neben dem Festzelt. Im Umfeld seiner Holzhütte bietet der urige Eschlkamer 250 Plätze im Freien an; in „D’ Olm“ selbst finden etwa 150 Personen Platz.
Darin wird sich heuer auch die Bar befinden. „An der Theke im Inneren schenken wir Cocktails aus, draußen Bier“, erklärt Weber. Natürlich steht es jedem Besucher frei, wo er das jeweilige Getränk genießt. Zudem hat er für die gesamte Woche ein kleines, uriges Musikprogramm zusammengestellt, bei dem Weber jungen Musikanten eine Plattform bietet. Ab 21 Uhr gibt’s dann täglich eine Hütten-Party. Übrigens: Schnäpse werden auch im Festzelt ausgeschenkt.
Damit wirklich jeder das Drachenstichfest feiern kann, hat Matthias Strauß zusammen mit dem Festspiel heuer sogar einen Shuttle-Service in den Hohenbogenwinkel organisiert. Dieser fährt am  Samstag sowie am kommenden Freitag und Samstag von Furth im Wald nach Eschlkam und Neukirchen b. Hl. Blut. Abfahrt ist um 23.30 Uhr an der Bushaltestelle am Bayplatz. Der Fahrtkostenanteil beträgt drei Euro pro Fahrt und Fahrgast.
Zusammenfassend sieht Matthias Strauß mit großer Freude dem Auftakt an diesem Samstagnachmittag entgegen. „Die Further und unsere Nachbarn sollen kommen und anschauen, was wir gemacht haben. Ich freue mich darauf, was die Further sagen“, so Strauß und ergänzt lächelnd: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es nicht gefällt.“

Wissenswertes zum Festauftakt

Erstmals seit über 50 Jahren findet der Einzug des Drachenstich-Festwirts wieder an einem Samstag statt. Matthias Strauß rechnet mit rund 1300 Teilnehmern.
Koordiniert wird der Einzug von Josef Bauer. Ihm liegen allein 43 Zusagen von Gruppen vor. Bauer hat die Zugordnung grob in Trachten- und Schützenvereine sowie „Drachenstich“ unterteilt. Verschiedene andere Vereine bilden den Abschluss. An der Spitze traditionell der Spielmannszug „Grenzfähnlein“. Ihm folgen Reiter, wobei einer die Brauerei-Standarte trägt.
Alle Teilnehmer und auch die Zuschauer sind bereits ab 13.30 Uhr in den Hof der Brauerei Dimpfl eingeladen. Dort findet ein kostenloser Ausschank statt. Der Startschuss erfolgt um 14 Uhr. Der Zugweg führt über die Lorenz-Zierl-Straße, Von-Müller-Straße, Tradtstraße und Bahnhofstraße über den Stadtplatz auf die Festwiese. Dort findet dann eine Besonderheit statt, die es zuletzt unter dem Festwirt Matthias Strauß 2012 gab.
Denn Drache Tradinno kommt mit auf die Festwiese. Ritter Andreas Scheuer wird dort unter seinem Kopf das erste Fass Festbier anzapfen. „Und zwar ein richtig griawiges aus Holz“, wie Strauß betont. Anschließend geht’s ins Festzelt, wo das etwas andere Volksfest 2019 mit kurzen Ansprachen und dem obligatorischen Zuprosten eröffnet wird. Fehlen darf dabei eines natürlich nicht: Dass das Ritterpaar den ersten Marsch dirigiert. 

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading