Eichenschwammgallwespen unterwegs Grusel-Früchte an der Eiche? Des Rätsels Lösung

Die eigentümlichen Gebilde an zahlreichen Eichenbäumen in der Region sind die Kinderstuben der Eichenschwammgallwespen. Foto: Albin Lummer

Womöglich sind auch Ihnen bei einem Spaziergang schon die eigentümlichen, „kartoffelartigen“ Knödel an den Blättern mancher Eichen aufgefallen. Die außerirdisch anmutenden Gebilde kommen nicht von den Bäumen selbst, sondern sind die Kinderstuben sogenannter Eichenschwammgallwespen.

Auf die eigenartigen Gebilde an zahlreichen Eichenbäumen in Ostbayern ist auch idowa-Leser Albin Lummer aus dem Waffenbrunner Ortsteil Thonberg auf einem Spaziergang mit seinen Katzen aufmerksam geworden: „Auf der oberen Wiesengrenze hinter dem Haus sind ein paar Bäume, darunter zwei Eichen. Dieses Jahr habe ich an den Eichen eine sonderbare "Frucht" entdeckt“, schrieb er an die idowa-Redaktion – und er hatte auch gleich intuitiv den richtigen Verdacht: „Oder ist es mehr ein Nistplatz, eine Aufzuchtstation dieses Käfers, der an dem Ding hängt?“

So ist es. Zumindest fast genau so. Die Knödel an den Eichen, sogenannte Gallen, entstehen, wenn weibliche Eichenschwammgallwespen ihre Eier in die Knospen der Bäume legen. Wie der Entomologe und Zoologe Ulrich Sedlag in Band 3 seiner Reihe über Hautflügler beschreibt, entwickeln sich in den Gallen die Larven der Insekten. Die Gebilde sind erst weich, können aber später auch verholzen. Verständlich ist übrigens auch, dass die Gallwespen oft für Käfer gehalten werden. Die Weibchen der Gattung haben oft keine oder nur stummelige Flügel – und auch dem Bild, dass die meisten beim Gedanken an eine Wespe im Kopf haben, sehen die Schwammgallwespen nicht besonders ähnlich.

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