Als Ende Juni erstmals Erdstallforscher ein Haus in der Bäckergasse untersuchten (und dort übrigens nicht fündig wurden), besah man sich auch den Keller im Schulbäckhaus genauer.

Dieses stattliche Anwesen, das zu den ältesten noch erhaltenen Gebäuden in der Stadt zählt und vielleicht sogar Teil einer mittelalterlichen Wehranlage war, könnte ebenfalls Ausgangspunkt eines Erdstalles sein, vermuteten die Forscher anhand von Spuren im Untergrund. Und so machte sich ein Team der Interessengemeinschaft Erdstallforschung rund um Dieter Ahlborn am Samstagvormittag auf den Weg nach Viechtach. Die Bayerwaldstadt ist den Hobbyarchäologen längst ein Begriff. Allein im Zentrum sind bislang neun solcher unterirdischer Anlagen bekannt. "Hier ist scheinbar ein Zentrum für den Kult", sagt Dieter Ahlborn. Mehrere Sagen ranken sich in Viechtach um die Schrazelgänge, wie sie im Volksmund heißen. So sollen sie alle zu einem riesigen See unter der Stadt führen. Eine andere Sage berichtet wiederum, dass sämtliche Gänge zur Anna-Kapelle hinführen, unter der sich ein runder Versammlungsraum befinden soll. Schon allein wegen der Nähe zu dieser Kapelle fand es Dieter Ahlborn "sehr spannend", im Keller des Schulbäckhauses nach einem weiteren Gang zu suchen.