"Sie hätten Sie retten können." "Hinterher ist man schlauer." Obwohl eine ganze Schulklasse der Verhandlung am Montag vor dem Viechtacher Amtsgericht beiwohnt, hätte man nach diesem Dialog zwischen Richterin Ingrid Götte und dem Angeklagten eine Stecknadel fallen hören können, so still ist es im Gerichtssaal. Die Anklage gegen Christopher W. (Namen von der Redaktion geändert), einen 42-Jährigen aus dem Altlandkreis Viechtach, wiegt schwer.

Am 2. Juni 2017 will er seine Freundin besuchen, findet die Tür aber verschlossen. Er hört sie rufen, versteht sie nicht, denkt, sie will ihn nicht reinlassen. Am nächsten Morgen, Pfingstsamstag, möchte er, wie er es gewohnt ist, bei ihr Kaffee trinken. Da sie nicht öffnet, drückt er die Tür mit der Schulter auf. Er findet Sofia N. im Schlafzimmer, eingeklemmt im schmalen Durchgang zwischen Bett und Heizung. "Hilf mir, hilf mir!", habe sie gerufen, ihm gesagt, dass sie bereits "seit gestern oder vorgestern" so daliege. Sie bittet ihn, den Heizkörper abzumontieren, weil sie sich allein nicht befreien kann.

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